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Trauer um Brigitte Petry
Langjähriges NRG-Mitglied im August 2015 verstorben








Neuwied, 10.08.2015


In ihrer Traueransprache beleuchtete Pfarrerin Eberding noch einmal das Lebenswerk und die letzten Tage im Leben von Brigitte Petry. Diese verbrachte Brigitte, nachdem sie ohne Hoffnung auf Genesung ihrer schweren Krankheit das Krankenhaus verlassen hatte, in einem eigens eingerichteten Pflegebett im Erdgeschoß ihres Hauses im Raiffeisenring. Noch oft erfreute sie sich an einem Blick durch die großen Scheiben in ihren geliebten grünen Garten, wo drei putzige Schildkröten ihre Bahnen zogen und sich ein lustiges buntes Rädchen im Wind drehte.

Nun ist sie nicht mehr unter uns. Nach einem langen und ereignisreichen Leben ist sie am 10.08.2015 im Alter von 81 Jahren von uns gegangen.



Brigitte Petry (geb. Gaddum) war 1934 in Koblenz-Pfaffendorf geboren und musste mit 10 Jahren den Verlust des elterlichen Hauses durch einen Bombenangriff erleben. In Weitersburg fand die Familie ein neues Domizil.

Später zog es Brigitte als Au-Pair-Mädchen nach Paris und auch ein Jahr an den Bodensee in ein Internat, wo sie eine Hauswirtschaftsschule besuchte und bei der Gelegenheit den Segelschein machte und damit dem Element Wasser näher kam.


Zum Jahresende 1955 kam es dann zu einer "schicksalsvollen" Begegnung mit Rolf, der sich damals wegen einer Stirnhöhlenentzündung bei NRG-Mitglied Dr. Freisburger in ärztlicher Behandlung befand. Die sympathische Arzthelferin Brigitte hatte er schon einmal vorher gesehen. So fasste er sich ein Herz und lud sie bei dieser Gelegenheit spontan zu Silvester ein. Beide lernten sich kennen und lieben und schon im Folgejahr 1956 feierten beide ihre Hochzeit.

Rolf, der 1947 in Zell das Rudern lernte, war jedoch der Meinung, dass vor der Hochzeit noch eine "Einweisung" der passionierten Seglerin beim Rudern erfolgen müsse. In dem damals noch vorhandenen Ruderkasten in Halle 1 erfolgte die erste Ausbildung.

Von der anschließenden "Feuertaufe", die mutig im Rennzweier "Glück auf" auf dem Rhein stattfand, schwärmt er noch heute: "Brigitte konnte trotz ihrer Versehrtheit an der rechten Hand, die von einem Unfall im 3. Lebensjahr her stammte, wunderbar rudern und hatte von Anfang an ein ganz hervorragendes Gefühl für das Boot und den Ruderrhythmus!"



Die junge Familie wuchs. Die Kinder Martina, Mathias und Michael kamen auf die Welt und 1964 zog man von der zu klein gewordenen Wohnung in der Heddesdorfer Straße in das neue Haus im Raiffeisenring.


Auch ruderisch entwickelte Brigitte zahlreiche Aktivitäten bei diversen Familienwanderfahrten mit Langs, Gaddums und Reinhards.
Die Wanderfahrten fanden in dieser Zeit häufig auf der Mosel statt, die - bis auf die Staustufe Koblenz - noch wild und ungestaut daher floss.

Da die NRG in den fünfziger Jahren noch keine Bootsanhänger hatte, erfolgten Bootstransporte unter anderem mit der Moseltalbahn.


Unter Wilm Bergheim absolvierte Brigitte dann ihr Patent als Obfrau und erreichte im Laufe der Jahre viele Fahrtenabzeichen. Unvergessen sind die Teilnahmen an DRV-Wanderrudertreffen, DRV-Wanderfahrten mit Fred Hoppe, dem Deutschen Rudertag und Touren zum Beispiel auf Unstrut und Saale und vieles mehr.

Dass Brigitte auch Verantwortung übernahm und tatkräftig mithalf, die NRG erfolgreich weiter zu entwickeln, kann man am besten daran ablesen, dass sie über 20 Jahre lang die Finanzen der NRG als 1. Kassiererin (heute heißt das Amt ‚Schatzmeister') managte und auch als langjährige Hauswartin aktiv ihr Scherflein beitrug.

Darüber hinaus war sie unter anderem auch im Tennis-Club Neuwied sportlich sehr aktiv und dort als Jugendwartin tätig.

Bis zu Ihrer schweren Erkrankung kam sie regelmäßig mit Rolf ans Bootshaus, um gemeinsam in der "Muckibude" auf den Ruder- und Fahrradergometer die Fitness und Beweglichkeit zu erhalten.

Darüber hinaus nahm Brigitte natürlich an nahezu allen NRG-Veranstaltungen teil und interessierte sich immer sehr für den Verein und dessen Werdegang.




Nun ist Brigitte nicht mehr unter uns. Sie fehlt uns und wir werden ihr immer ein ehrendes Andenken bewahren !

In der Trauerkarte der Familie Petry ist ein schöner Spruch zu lesen, der A. Schweitzer zugeordnet wird: "Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht im Herzen der Mitmenschen!"
Wie wahr !



Im Garten ziehen die Schildkröten weiterhin ihre Bahnen und das Windrädchen dreht sich.
Das Wirken von Brigitte Petry und ihre große Tatkraft mögen uns Vorbild und Ansporn für die Zukunft sein!




Bericht: Ralf Schaefer

Fotos: Rolf Petry








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