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Sommerwanderfahrt 2011
Holländische Kanäle / Amsterdam



Auf der Vecht




Der Film zur Wanderfahrt


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Neuwied/ Utrecht / Amsterdam 16.-23.Juli 2011

Dieses Jahr sollte die NRG Sommerwanderfahrt nach Holland führen, das Land der Windmühlen, der Käsereien und Coffee-Shops.  Natürlich auch das Land mit reichlich Wasser, denn die Niederlanden sind ja bekanntlich mit Meeresküste, Flüssen, Seen und Kanälen reichlich gesegnet. Dieses Ruderrevier versprach eine echte Abwechslung zu den sonst traditionellen deutschen Fluss-Wanderfahrten zu werden.

Als Endpunkt wurde Amsterdam auserkoren. Was sonst ? Nun musste nur noch die geeignete Wegstrecke dorthin gefunden werden, denn der Weg ist bekanntlich das Ziel. Da fiel die Vecht, ein kleiner ruhiger und romantischer Fluss zwischen den Metropolen Utrecht und Amsterdam ins Auge. Prima ! Die bauen wir ein. Nun nur noch vier gemütliche, stressfreie und familiengerechte Tagesetappen rückwärts planen … und schon kommt man nahezu unweigerlich beim Startpunkt in Wijk bij Duurstede am Rhein-Arm Lek raus! Der zwischengeschaltete Kromme Rijn versprach einen zusätzlichen Nervenkitzel. Also, nichts wie hin!

Dreizehn erwartungsvolle Seelen hatten die Sommerwanderfahrt 2011 gebucht. Fahrtenleiter Ralf Schaefer hatte Samstag, den 16. Juli als Anreisetag definiert und tatsächlich: Pünktlich um 9.00 Uhr strömten die Teilnehmer aus allen Richtungen am Bootshaus ein. Es gab zunächst ein großes Hallo. Die Boote „Heidelberg“, „Lahn“ und „Wandervogel“ waren schneller abgeriggert und verladen als es der Zeitplan vorsah und nach einer kurzen Strecken- und Zielpunktbesprechung waren die fünf Autos bald schon abmarschbereit in Richtung Wijk bij Duurstede.

Jetzt war die Stunde der Navigationssysteme gekommen. Mein Gott, wie sind die Leute bloß früher ans Ziel gekommen? Wer wird die schnellste, schönste, kürzeste, interessanteste, benzinschonendste, staufreieste, materialschonendste, intelligenteste, optimalste, romantischste und - simpel ausgedrückt - beste Strecke fahren? Eine wahre Materialschlacht zwischen Navigationssystemen diverser Automobilhersteller und anderen Markenherstellern war entbrannt. Würde die Wanderfahrt bei einem Ausfall des weltweiten GPS-Systems im Chaos versinken? Würde die russische Raumfahrtagentur ein Wörtchen mitzureden haben? Und was sagt die NASA dazu? Warum hat der Fahrtenleiter Karten gekauft? Will er damit seine Butterbrötchen einpacken?

Nun, es kam, wie es kommen musste: Alle Autos erreichten nahezu gleichzeitig das Ziel am Bootsabladeplatz in Wijk bij Duurstede - allerdings über die unterschiedlichsten Routen. Na bitte. Geht doch. Danke, NASA!
Die Boote wurden abgeladen, aufgeriggert und für die erste Ruderetappe am nächsten Tag vorbereitet in der Nähe der Einsetzstelle auf Holzböcken gelagert. Der Kromme Rijn zeigte sich als schmales Wasserband, das sich mit erfreulich zügiger Strömung durch die Landschaft windet. Fein.

Gut gelaunt fuhren wir dann mit den Autos und dem Gepäck zu unserem ersten Standquartier, der Utrechtse Roeivereniging Viking. Hier empfing uns Henk Goos mit einer gastfreundlichen Kaffeerunde und Bootshausbesichtigung. Wir hatten das unsagbare Glück, dass auch in Utrecht Ferienzeit war und wir das Bootshaus als mehrtägiges Standquartier nutzen durften. Scheinbar ist das in Holland nicht unbedingt üblich. Wie wir erst später erst erfuhren, hatte der Vorstand wohl einige Zeit intern diskutiert und beraten, ob man uns die Unterkunft überhaupt gewähren solle. Glücklicherweise hatte man uns die Gastfreundschaft geschenkt und so galt es natürlich, das Vertrauen zu bestätigen.

Die Utrechter Bootshausküche war wohldimensioniert und so zauberten wir erst mal ein schönes gemeinschaftliches Abendessen in Form von Spaghetti Bolognese.
Nach dem Essen und einem gemütlichen Abend trennte sich die NRG-Truppe. Während die Hotelzimmerbesitzer zu ihren diversen Hotels fuhren machten es sich die Bootshausbewohner im Schlafsack gemütlich. Hach, war das schön. Im Dunkeln gab es noch den einen oder anderen Kommentar. Hier war selbst das Einschlafen eine Teamleistung!




Der nächste Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück. Der vom Wetterdienst prognostizierte Regen blieb aus. Eigentlich war ein umweltfreundlicher Personentransfer mit dem Linienbus vorgesehen, doch die Verbindungen vom Bootshaus über den Utrechter Hauptbahnhof nach Wijk bij Duurstede waren am Sonntag alles andere als maßgeschneidert und so machten wir uns notgedrungen doch mit den Autos auf.

An der Einsetzstelle in Wijk gab es zunächst eine kleine Enttäuschung, denn der Kromme Rijn floss gar nicht mehr so schnell wie am Vortag, sondern dümpelte nur noch lustlos dahin. Scheinbar hatte man über Nacht den Zufluss vom Lek reguliert. Trotzdem hatten wir eine Menge Spaß auf diesem Gewässer, das in etwa die Breite der Wied hatte und gemütlich zwischen Wiesen, Kühen und jeder Menge „Gegend“ daher zog.

An den beiden Schleusen Cothen und Werkhoven mussten wir die Boote umtragen. Und das, obwohl der Wasserpegel zwischen Ober- und Unterwasser gerade mal 50 Zentimeter Differenz aufwies! Eine richtige Umtragestelle für Ruderboote gab es nicht. Die An- und Ablegeeinrichtungen sind wohl eher für Kanus konzipiert. Zum Glück waren bei uns nur erfahrene Wanderfahrer-Profis am Werk und da jeder Handgriff saß, waren auch solche Hindernisse kein Problem.

In Bunnik zog sich der Himmel immer weiter zu und wir standen vor der strategischen Frage: Weiterfahren oder Anlegen?  Das knuffige Tee- und Pfannkuchenhaus am Ufer machte uns die Entscheidung leicht. Glücklicherweise, wie sich später herausstellte. Wir hatten die Boote noch nicht richtig vertäut, da fielen auch schon die ersten dicken Tropfen. Den angekündigten Regen überstanden wir dann bei Tee und Pfannkuchen in gemütlichem Ambiente.
Nach dem Regen waren es nur noch einige Kilometer auf dem Kromme Rijn und bald schon ruderten wir mitten durch die Innenstadt von Utrecht und erreichten unser Bootshaus, wo wir unsere drei Boote vorbildlich am Ufer auf Holzböcken lagerten und uns mit Kaffee und Gebäck stärkten, duschten und für einen Restaurantbesuch in Utrecht fertig machten.

Die Restaurantsuche gestaltete sich mit einer dreizehnköpfigen Gruppe nicht ganz einfach und nach einigen Anläufen landeten wir letztendlich bei einem … Griechen, bei dem es auch belgisches Bier gab. Es lebe Europa. Außerdem müssen wir ja jetzt die Griechen unterstützen, damit die vielleicht ihre Schulden in den Griff bekommen. Konsumiert bei Griechen! Dann haben wir wenigstens etwas von unserem Geld! Besser als Eurobonds kaufen!





Der dritte Tag startete mit dem gemeinsamen Frühstück im Bootshaus. Die „Hoteliers“ brachten frische Brötchen mit. Über die holländischen Brötchen muss man wohl nicht viel sagen. Man könnte sie auch als Schwamm bezeichnen! Es ist leichter, ein Kamel durch ein Nadelöhr zu bringen, als ein holländisches Brötchen mit einem unscharfen Messer aufzuschneiden! Ein holländisches Brötchen mit Marmelade bestrichen, hat nur nur geringfügig mehr Nährwerte, als würde man sich die Marmelade direkt auf die bloße Handfläche streichen - es sei denn, man hat die Hände nicht gewaschen! Man kann ein holländisches Brötchen theoretisch auf die Größe einer Erbse bringen – praktisch auch! Die Frage, was schwerer sei, ein Kilo Eisen oder ein Kilo holländische Brötchen, ist pure Theorie, denn alle jemals in Holland hergestellten Brötchen brächten zusammen niemals ein ganzes Kilo auf die Waage! Ein holländisches Brötchen ist physikalisch gesehen lediglich visualisierte Antimaterie! Holländische Brötchen werden unter den Astronauten im Weltraum als aromatisierte Luftreserve geschätzt! Holländische Brötchen werden nicht gebacken – man pumpt sie in der Bäckerei auf! Nun denn, man könnte noch viel schreiben über holländische Brötchen.
Trotzdem ist so ein gemeinsames Frühstück mit holländischen Brötchen eine tolle Sache, denn es schweißt die Truppe so richtig zusammen. Außerdem überlegt man permanent, warum die Holländer trotz solcher Brötchen so gut Fußball spielen können. Vielleicht liegt es aber auch an den Brötchen, bzw. dem fehlenden Biß, warum die Holländer bislang noch nie Weltmeister wurden.


Das Wetter zeigte sich heuer unbeständig und regnerisch. Jeder wusste, dass heute der „Tag der Regenjacke“ sein würde. Die erste Regenpause nutzen wir, um mutig und die „Gefahr“ verachtend unsere Boote zu Wasser zu bringen und Richtung Norden zu rudern.
Die Utrechter Oudegracht erreichten wir durch einen Tunnel. Dahinter zeigte sich Utrecht von seiner romantischen Seite. Kleine alte Häuser, Restaurants oder öffentliche Gebäude an den Ufern der Gracht sorgten für einen einmaligen Eindruck dieser Innenstadtpassage. Nautisch interessant wurde es immer, wenn uns im engen Kanal eine Motoryacht entgegen kam. Glücklicherweise blieb uns eine Begegnung mit dem Kreuzfahrtschiff Queen Mary 2 erspart. Notfalls hätten wir das auch noch irgendwie hinbekommen.

Im Norden der Stadt Utrecht erreichten wir über eine Schleuse die Vecht und langsam ruderten wir aus der Großstadt hinaus bis wir nach einigen Kilometern unser Etappenziel, die Windmühle „De Hoop“ in Loenen aan de Vecht erreichten, wo wir unsere drei Boote auf den Holzböcken auf einer Wiese lagerten und mit dem Linienbus definitiv umweltfreundlich die Rückfahrt nach Utrecht antraten.








Der vierte Tag zeigte sich uns sehr wohlgesonnen. Die Sonne war wieder da. Im Anschluss an das letzte gemeinsame Frühstück in Utrecht verließen wir unser altes Standquartier und fuhren mit den Autos zum Lagerort unserer Boote in Loenen.
Nach dem vorsorglichen Autotransfer zum Etappenziel in Weesp und dem Rückkehren der Fahrer nach Loenen konnte es endlich losgehen. Die Ruderetappe auf der Vecht führte bei Sonnenschein wunderschön in zahlreichen Kurven und Schleifen durch die Lande. Zur Perfektion fehlte nur noch eine saftige Strömung. Nun ja, man kann nicht alles haben.
In Nigtevecht gab es an einem günstig am Ufer gelegenen Café eine willkommene Rast. Kaffee und Kuchen statt pures Kilometerbolzen – das ist ja fast schon Erholungsurlaub. Bitte nicht weitersagen. Es geht also auch gemütlich. In der Ruhe liegt die Kraft !

Bald schon erreichten wir den Weesper Ruderverein, wo uns die Frohnatur Carola Cesteloo ganz herzlich begrüßte begrüßte und uns die Lagermöglichkeiten für die Boote zeigte.

Im Anschluss ging es mit den Autos weiter zu den neuen Standquartieren in Amsterdam. Leider fanden wir in Amsterdam keinen Ruderclub, der uns wie in Utrecht das Bootshaus samt Schlüssel überlies. So musste die einstigen Bootshausbewohner auf den schönen Campingplatz „Gaasperplas“ im Süden vom Amsterdam ausweichen, während der Rest der Teilnehmer in verschiedenen Hotels in Amsterdam und Umgebung unterkam.

Das gemeinsame Abendessen wollten wir uns aber dann doch nicht nehmen lassen und so kehrten wir im Restaurant neben dem Amsterdamer Ruderverein RIC 80 ein, wo wir am Ufer der Amstel nicht nur einen einmaligen Sonnenuntergang, sondern auch zahlreiche ungewohnte Spezialitäten, wie zum Beispiel „Piepküken“ (Brathähnchen) genießen durften. Oder auch nicht.







Der fünfte Tag sah die finale Ruderetappe von Weesp nach Amsterdam vor. Teilweise reisten die Teilnehmer mit dem Bus nach Weesp, teilweise mit dem Auto. Wieder belohnte uns Petrus mit reichlich Sonnenschein. In Weesp ruderten wir zunächst durch die Innenstadt und bogen von der Vecht nach links auf die Smal Weesp ab. Hier hieß es zum ersten Mal „Kopf einziehen“, denn wir durften zwei niedrige Brücken passieren.
Jetzt stand uns nach Aussagen einiger heimischer Ruderer die wahnsinnig gefährliche Überquerung des Amsterdam-Rhein-Kanals bevor. Bei diesem Kanal handelt sich um eine kilometerlange kerzengerade „Schiffsautobahn“ mit Spundwänden und hohen Kreuzwellen der Berufsschifffahrt. Schwimmwesten wurden empfohlen. So vorbereitet näherten wir uns der rund 500 Meter breiten Kanalüberfahrt mit reichlich Respekt und hatten für die Kinder die Schwimmwesten griffbereit. Allerdings war von Schiffen und „Mörderwellen“ weit und breit nichts zu sehen. Glück gehabt? Oder waren solche Aussagen nur das Produkt von Süßwasserpiraten, die schon beim Anblick von ein paar anständigen Wellen in Panik verfallen?  Vor unserem dritten Boot passierten zwei Yachten den Kanal und sorgten für einen beachtlichen Wellengang! Nun war uns klar, dass man sich hier besser nicht mit größeren Schiffen "duellieren" sollte.

Im sicheren Seitenkanal angekommen bogen wir wieder mal nach links auf den „Gein“ ab; ein kilometerlanger einsamer Kanal, der von Seerosen fast zu gewuchert ist und nach Abcoude führt. Das Pflücken von Seerosen während der Fahrt gestaltete sich schwieriger als erwartet. Man muss schon richtig kräftig zupacken, um wenigstens eine der Abermillionen Seerosen an Bord zu hieven. Es gelang! Einmal!
Im Stadtbereich von Abcoude wurde der Kanal immer enger. Die Fortbewegung war nur noch mit Paddelhaken möglich. An der Straßenbrücke mussten wir uns extrem „erniedrigen“, um die 2,20 Euro Brückengeld zu sparen. Dann ging es weiter über das Abcoudermeer (ein kleiner See) und den Kanälen Holendrecht und Bullewijk zum romantischen Örtchen Ouderkerk.


In Ouderkerk gönnten wir uns eine längere Pause in einem gemütlichen Straßencafé mit Terrasse. Genau genommen war es eher ein Wasserstraßencafé. Die Hungrigen unter den Ruderern enterten die benachbarte Bäckerei, die allerlei Süßigkeiten und Spezialitäten bereithielt.

Den Rest der Tagesetappe absolvierten wir nun auf der Amstel, die auf Amsterdam zuführte. Wenige Kilometer vor dem Ziel kündigten richtig dicke dunkle Wolken nicht Gutes an. Das Glück war jedoch mit den Tüchtigen und mit den ersten fetten Regentropfen erreichten wir den Ruderclub RIC in Amsterdam. Die Zeit reichte gerade noch, um zwei der drei Boote aus dem Wasser zu bringen, dann brach ein 1-stündiger heftiger Platzregen auf alles nieder, was nicht bei Drei auf dem Baum bzw. in der Bootshalle war. 


Roel
van der Steen vom Vorstand des RIC begrüßte unsere leicht feuchte Truppe und lud uns erst mal zu einem erquicklichen Tee in den Clubraum des Bootshauses ein, der einen fantastischen Blick auf die Amstel und Amsterdam bot.  Seufz! Schade, dass wir hier nicht übernachten durften! Eine Super-Küche gepaart mit einem Speisesaal in einer 1a-Citylage am Wasser! Seufz!








Am nächsten Tag stand eine zünftige Grachtenfahrt durch Amsterdam auf dem Programm. Zwei der drei Boote nahmen die Herausforderung an. Ausgerüstet mit einigen Tipps von Roel wollten wir im Zick-Zack-Kurs halb Amsterdam erobern. Zunächst führt uns der Kurs vom RIC Bootshaus auf der Amstel nordwärts Richtung Stadtzentrum. Nach 1000 Metern war links die Zufahrt zum Amstelkanal zu sehen. „Da kommen wir heute Nachmittag wieder raus!“ tönte der Fahrtenleiter Ralf.  Den Nachsatz „…wenn alles gut geht“ murmelte er eher nachdenklich vor sich hin. Kein Wunder: Ein unübersichtliches Netz von Kanälen, Brücken, Grachten, Kreuzungen und Abzweigungen von beachtlichen 21 Kilometern Länge lag vor den zwei NRG Booten. Wer sich da als Neuling verfährt muss sich sicherlich nicht schämen. Die Ehre eines NRG Obmanns verlangt es aber, dass trotz fehlender Navigationssysteme an Bord und einem vorhandenen Plan, der mehr an Burda-Schnittmuster aus den 60-er Jahren erinnerte, so etwas nie passieren durfte.

Nach 2 Kilometern geht es rechts rein in eine kleine Gracht, Richtung Osten. Vorbei am Königlichen Tropeninstitut, der Stadtmindmühle „De Goojer“ einer Museumswerft ging es bis zum Zoo „Artis“, wo uns ein paar Giraffen am Ufer begegneten. Leider hatten die Tiere für Paparazzis nichts übrig! Sie wollten sich partout nicht ablichten lassen und versteckten sich hinter hohen Bäumen. Das wäre wohl das Titelfoto vom nächsten Rudersport-Magazin geworden: NRG Ruderboote mit Giraffen am Ufer im Hintergrund! Wie in Afrika ! Leider wurde nichts draus.


Weiter ging es durch die Herengracht am Niederländischen Schifffahrtsmuseum vorbei Richtung Hauptbahnhof. Unterwegs passierten wir das Wissenschaftsmuseum „Nemo“ und die Oosterdoks. Am Passagierterminal lag ein Kreuzfahrtschiff. Die riesigen Schornsteine und Aufbauten überragten die Gebäude des Terminals.

Am Hauptbahnhof ging es wegen einer Baustelle nicht weiter und wir entschieden uns zunächst für eine einstündige Kaffee-Pause auf der Dachterrasse des „Nemo“, wo wir in Liegestühlen einen herrlichen Ausblick auf die Amsterdamer City genossen.

Weiter ging es Richtung Westen. Am Hotel de l’Europe links, vorbei am schwimmenden Blumenmarkt, links in die kleinste Gracht Amsterdams rein. Diese hat weder Straße noch Wege links und rechts. Einen Namen für die Gracht haben wir auch nicht gefunden.



Nachdem wir wenig später die Prinsengracht überquert und zahlreiche Hausboote und Barkassen passiert haben, erreichten wir im Westen der Stadt einen Kanal namens „Schinkel of Kostverlorenvaart“.
Der eigenartige Name wurde mit dem Bau des Kanals im 15. Jahrhundert und den darauffolgenden Protesten Amsterdams begründet. Da die Einwohner Amsterdams seinerzeit befürchteten, dass Feinde die Stadt über den neuen Kanal stürmen und fluten könnten, wurde er kurzerhand wieder stillgelegt. Die Kosten waren verloren und der Name für den Kanal war gefunden. Dieser Kanal hatte damals den „Stresstest“ nicht bestanden.  „Stuttgart 21“ ähnliche Zustände gab es also schon im Mittelalter.
Allerdings hat man damals zuerst gebaut und dann protestiert. Heute ist es andersherum.





Über den südlichen Amstelkanal ging es weiter vorbei am Olympiastadion zum Amstelkanal und dann bogen wir - wie am Vormittag vom Fahrtenleiter prognostiziert – punktgenau auf die Amstel ab, um nach einem weiteren Kilometer wohlbehalten wieder den Ausgangspunkt der Tagesfahrt, das Bootshaus des RIC, zu erreichen.

Nach der Tour wurden alle Boote gründlich gesäubert und auf dem Anhänger verladen. Das hatte den Vorteil, dass man zuhause nur noch die Boote abladen musste.







Der Freitag war als Citytag ausgeschrieben. Einige besuchten die Innenstadt und machten ausgiebige Touren zu Fuß oder mit geliehenen Fahrrädern.
Ferner bot sich die Möglichkeit, die U23-Weltmeisterschaften auf der „Bosbaan“ zu besuchen.


Nachmittags stand die gemeinsame Stadtrundfahrt mit dem Amsterdam-Bus auf dem Programm. Die ganze Truppe war an Bord.


Zur Halbzeitpause stand ein Besuch der traditionsreichen Diamantenschleiferei „Gassan“ an. Dort konnten wir nicht nur zahlreiche Schmuckstücke und wertvolle Steine bewundern, sondern auch der Bearbeitung beiwohnen.

Dummerweise reichte das Budget unserer Fahrtenkasse nicht aus, um die Paddelhacken unserer Boote mit ein paar Diamanten aus Amsterdam optisch „aufwerten“ zu können.

So reisten wir zwar mit leeren Händen bei Gassan ab, aber die eine oder andere Geschenkidee für Weihnachten könnte sich durchaus im Handgepäck befunden haben.








Am Abend kamen alle Teilnehmer zum gemeinschaftlichen Abendessen in einem Restaurant am Damrak in der Innenstadt zusammen.
In großer Runde ließen wir die Erlebnisse noch einmal Revue passieren.

Nach dem Restaurantbesuch verabschiedeten sich die Wanderfahrer herzlich, denn es gab unterschiedliche Pläne. Einige blieben noch ein paar Tage in Amsterdam, andere fuhren zum Anschlussurlaub ans Meer und die meisten reisten sofort oder am nächsten Morgen zurück in die Deichstadt.

 





Eine schöne Wanderfahrt ging zu Ende. Die Holländer haben sich als gastfreundliches Volk mit sehr interessantem und abwechslungsreichem Ruderrevier gezeigt. Wir kommen bestimmt eines Tages wieder hierher - und bringen anständige Brötchen mit.



Im Jahr 2012 soll es erneut auf Sommerwanderfahrt gehen. Dann steht die Strecke von Konstanz (Rheinkilometer 0) nach Basel (Rheinkilometer 163) auf dem urigen Hochrhein auf dem Programm.

Ahoi und bis dann !

- Ralf -

 









Die Karte zur Wanderfahrt:




Link: Sommerwanderfahrt 2011 auf einer größeren Karte anzeigen





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