Obwohl die NRG fast täglich auf dem Rhein rudert, war dies
die erste AH Wanderfahrt auf dem Rhein. Aber wir hatten uns vorgenommen
im 125jährigen Jubiläumsjahr besonders viele Kilometer zu schaffen.
Die Organisation lag diesmal ausschließlich in den Händen von Walter Messerschmidt.
Wie Walter aber versicherte, ohne Almut, seiner Frau, hätte er es
allein nie geschafft. In 4 Tagen von Speyer bis Neuwied sind für Vielruderer
kein Problem. Allerdings für diejenigen, die nur ein mal im Jahr bei
der AH Tour aufs Wasser gehen, gab es kleine Blessuren. Es beteiligten
sich wieder einige Neulinge und für manchen erfahrenen Ruderer bedeutete
es auch Neuwasser.

Mit 5 Booten auf dem Hänger, den Jochen Rauwolf zog, und 23 Ruderer
im Alter zwischen 83 und 18 Jahren im Bus der Fa. Waldorf starteten
wir am 22.05. um 6 Uhr zunächst nach Oppenheim, wo wir in unserem
ersten Hotel ein ausgezeichnetes Frühstück bekamen. In Speyer erwartete
uns schon Klaus Oeder, der erste Vorsitzende, mit einer Bootsflagge.
Der Ruderverein feiert genau wie die NRG in diesem Jahr sein 125jähriges
Jubiläum.

Nachdem alle Boote auf dem Wasser waren bedankten wir uns bei Jochen
Rauwolf, der die Fahrt nur als Bootstransporteur mit machen konnte,
mit einem 3fachen Hipp Hipp Hurrah. Die 24 Km bis zum Mannheimer RC
schafften wir in 2 Stunden. Alle Boot konnten auf der sehr breiten
Pritsche lagern, während wir im nahen „Gasthaus am Fluß“ bei kühlen Getränken unser Mittagsmahl einnahmen.
Die 5 Obleute Herbert, Kalle, Jürgen Walter III und Rolf brachten anschließend
ihre Boote gut durch die Wellen der „Hutschachtel“ (so genannt
wegen der steilen Spundwände zu beiden Uferseiten) von Mannheim. Die
Industrielandschaft von Ludwigshafen bot einen wenig schönen Anblick.
Ansonsten säumte der begradigte Rhein Pappeln, die ab und zu von den
Rheinauen des ehemaligen Flußbettes unterbrochen wurden. Entgegen
meiner Befürchtung gab es beim Anlegen in Worms keine Probleme. In
großen Abständen landeten die Boote nacheinander und da alle kräftig
mit anpackten, inklusive Jupp, unserem Busfahrer,
lagerten alle Boot innerhalb einer halben Stunde auf dem Bootshausgelände.
Für mich gab es hier eine neue Erfahrung, mit der ich zunächst nicht umgehen
konnte. Alle waren bestrebt, mich von schwerer Arbeit fernzuhalten.
Selbst mein Gepäck nahm man mir aus der Hand. Ich fügte mich aber
langsam dieser für mich neuen Situation und war im stillen dankbar.

Vor dem Abendessen stand ein Kulturbeitrag auf dem
Programm mit dem Besuch der Katakomben von Oppenheim. Hierbei mußte
jeder einen Helm aufsetzen, wegen der geringen Höhe an verschiedenen
Stellen. Das sah sehr lustig aus, denn viele waren kaum wieder zu
erkennen. Im Hotel angekommen verzögerte sich das Abendessen, wegen
einer Weinprobe, an der wir als Gäste noch teilnahmen. Mit knurrendem
Magen nahmen wir gegen ½ 10 an einer langen Tafel platz. Das ausgezeichnete
Menü versöhnte uns aber wieder, das mit einem Thunfisch seinen Höhepunkt
hatte. Erwähnenswert ist auch das jeweilige Frühstücksbüffet, an dem
aber auch nichts fehlte.
Auf der 2. Etappe von Worms nach Mainz legten wir im Hafen von Oppenheim
zur Mittagsrast an. Hier brachte uns unser Hotelkoch eine leckere
Zwischenmalzeit und Getränke. Daß wir in Mainz nicht genau wußten
bei welchem Verein wir anlegen sollten, lag an der Verwechslung von
Verein und Kilometrierung. Es erwies sich aber im Nachhinein als Vorteil,
weil die Tagesetappe dadurch nicht zu groß war.
Der Begleitbus war für uns natürlich eine große Erleichterung, denn es
brauchte kein zusätzliches Fahrzeug
bewegt werden und der Transfer zwischen Hotel und den Booten
verlief ohne Anstrengung. Am letzten Abend im Hotel saßen wir bei
gegrillten Steaks zu einer kleinen Abschiedsfeier, wobei
der eine oder andere mit lustigen Beiträgen für Stimmung sorgte.
 |
|
Die Teilnehmer hier nach der Ankunft in St. Goar.
|
Auf der 3. Etappe von Mainz nach St.
Goar legten wir in Bingen zur Mittagsrast an. Hier hatten wir viele
Zuschauer, denn das Bootshaus liegt im Bereich der Landesgartenschau.
Als Gäste der Binger Rudergesellschaft brauchten wir aber keinen Eintritt
zu zahlen. Im nahen Restaurant aßen wir zu Mittag. Auf der 2. Hälfte
der Tagesetappe mußten wir das Binger Loch und die Loreley passieren.
Erst nachdem alle Boote auf dem Wasser waren setzten wir uns nacheinander
in Bewegung. Jeder hatte eine Schwimmweste an. Die Landschaft zählt
zu der schönsten auf der ganzen Rheinstrecke und wir erreichten St.
Goar ohne Zwischenfälle nach gut 2 Stunden. Jupp, der Busfahrer stand
schon auf der Pritsche und half die Boote herauszunehmen.
 |
|
Lukas, mit 18 der Jüngste und Rolf mit 83 der Älteste.
|
Das Hotel „Reinfels“ war eine gute Adresse und
lag in unmittelbarer Nähe. Der Pächter, ein Inder, verwöhnte uns am
Abend mit wohlschmeckenden indischen Gerichten. Die letzte Etappe
bis Neuwied bedeutete für uns ein
Heimspiel. Peter Thomas verließ uns wegen dringender anderer Termine
und für ihn sprang Ralf Mohr ein, der damit seine erste Wanderfahrt
machte. Nach einem Zwischenstopp in Lahnstein erreichten wir am frühen
Nachmittag Neuwied. Nachdem alle Boote sauber in der Halle lagen,
trafen wir uns zu einer improvisierten Abschiedsfeier und einem Abendessen
bei Jürgen Velten mit unseren Frauen.
Lukas war übrigens mit einer Sonderaufgabe beschäftigt worden. Er wurde
als Flaggenwart verpflichtet und löste diese Aufgabe zu aller Zufriedenheit.
Er sammelte am jeweiligen Etappenziel alle Flaggen ein und verteilte
sie vor den Abfahrten wieder an die Obleute. Bei der Abschiedsfeier
im Bootshaus wurde er zum Alten Herrn ehrenhalber ernannt und ist
damit der jüngste AH aller Zeiten.
Die Teilnehmer:
|
Moldau:
Jürgen Klodewig
Dieter Kirchner
Walter Messerschmidt
Peter Thomas
Ralf Mohr
|
Neuwied:
Herbert Scheid
Franklin Fleischhauer
Peter Korch
Wolfgang Böhm
Rudi Rosbach |
Heddesdorf:
Kalle Müller
Wolfgang Schäfer
Josef Dekowski
Lukas Dekowski
Günter Ballmann |
Zugvogel:
Rolf Petry
Schorsch Jungblut
Peter Daberkow
Raimund Bielefeld
Darius Sczceponik
|
Lahn:
Walter Rohde
Günter Steinbrecher
Jochen Wolter
Uli Vielmut |
Bootstransporteur:
Jochen Rauwolf
Bus:
Jupp.
Fa. Waldorf
|
Bericht:
Rolf Petry
Fotos: Walter Messerschmidt.