Bremen, 16.09.2007
52 Teilnehmer hatten sich zu der DRV Wanderfahrt mit Fred Hoppe von
Kassel nach Verden gemeldet. Heinz Radler, begleitete uns wieder mit
einem großen Reisebus. Nicht nur viele Kilometer, sondern auch ein
umfangreiches Kulturprogramm zeichnete diese Wanderfahrt aus.
Am Mittwoch dem 5. September 2007 trafen meine Frau und ich in Rinteln
viele Mitreisende am Bootshaus des WSV, wo wir mit Kaffee und Kuchen
herzlich begrüßt wurden. Auf der 365 Km langen Fahrt waren Hotels
in Bad Karlshafen, Rinteln und Bücken gebucht.
Donnerstag 6. September.
Wir starteten von Kassel, wo 8 Vierer und 1 Dreier bereits aufgeriggert
lagen, nach Vaake an der Weser. Die 39 Km lange Strecke durch das
Tal der Fulda mit 5 Schleusen und der obligatorischen Pause mit Mittagsbuffet
am Bootshaus der Uni Göttingen, verlief problemlos.
Freitag 7. September.
Am Ende der 2.Etappe nach Bad Karlshafen verwöhnten uns Heins Radler
und seine Helferinnen, wie immer mit einem erlesenen Buffet. Am Abend
begrüßten uns beim Besuch im Schloß Corvey festlich gewandete Mägde,
die uns mit Fackeln den Weg hinab ins altehrwürdige Gewölbe zeigten.
Bei Kaminfeuer und Kerzenschein wurde aufgetischt. Im Text der Werbung
heißt es u.a.: Wenn die Lätzchen Euren Wams zieren, dürft Ihr das
Brot miteinander brechen und teilen, auf daß Ihr zu einer echten "Kumpaney"
werdet. Nach dem reichhaltigen Menü wurden wir nach alter Väter Weise
mit dem Abschiedslied von den Mägden zum Tor hinaus geleitet.
Die Weiteren Etappenziele waren: Holzminden, Hameln, Rinteln, Petershagen,
Nienburg, Hoya und Verden an der Aller.
Das reichhaltige Kulturprogramm sah nach dem Besuch von Schloß Corvey
vor: Wanderung im Solling, Führung durch das schönste Weser Renaissance
Schloß "Hämelsche Burg", Führung Kloster Möllenbeck, Führung Schloß
Bückeburg und eine Vorführung der Fürstlichen Hofreitschule, Führung
durch die historische Altstadt Rinteln durch unseren Fahrtleiter Fred
Hoppe, Besichtigung der Schachtschleuse am Mittellandkanal und der
Besuch des Vogelparks in Walsrode.
Es gab außer dem sprichwörtlichen "Hoppewetter" auch etwas Nieselregen,
einen kurzen Wolkenbruch und gelegentlich mal Gegenwind. Alles aber
keine Probleme für uns Wanderfahrer.
Die Weser hatte, ausgenommen die Schleusenkanäle, schnelles Wasser,
wie auf dem Rhein. Aber ab der Mündung der Aller mußten wir gegen
eine starke Strömung 6 Km aufwärts bis Verden rudern. Hier lagen schon
eine große Anzahl von Booten, für die Tagesfahrt am folgenden Tag
nach Bremen
Das 42. Wanderruderertreffen.
Die
Tagesfahrt: Schon um 7 Uhr 30 karrten uns Busse nach Verden zu den
Booten. Wer zu welchem Boot gehörte, konnte man in Bremen an einer
Informationstafel lesen, wo es begreiflicher Weise immer ein großes
Gedränge gab. Obleute wurden offenbar willkürlich bestimmt. So kam
es, daß Ingeborg Kirsch ihr Boot mit mir tauschen wollte, weil sie
nicht Obmann sein wollte.
Ich bekam dadurch eine sehr gute Mannschaft, die das Feld langsam
von hinten aufrollte. Wir brauchten keine halbe Stunde bis zur Weser
und erreichten die Schleuse Langwedel mit den ersten Booten. Eine
lange Wartezeit begann weil ein Frachtschiff erwartet wurde.
So staute sich allmählich der Schleusenbereich mit ca. 80 Ruderbooten.
Ich lag völlig eingekeilt an einer Dalbe und hatte dadurch keine Chance
mit den ersten in die Schleuse zu kommen.
Nach 1 ½ Stunden war ich dann bei der 2. Schleusung dabei. Wenig später,
etwa bei Km 341 vollendete ich meine 2. Äquatorrunde.
Die Mittagsrast fand zwischen Km 351 und 352 statt, wo die Boote an
Sandstränden anlegen konnten.
Hier ereilte ausgerechnet das Boot von Ingeborg Kirsch das Schicksal
indem es durch hohe Wellen vollschlug und kenterte.
Vor der letzten Schleuse Bremen Hemelingen kam es wieder zum Stau
und einer Stunde Wartezeit. Durch diese Verzögerungen mußten wir gegen
das auflaufende Wasser rudern, was zwar kein Problem war, aber der
erste Steg, an dem ich anlegen sollte stand bereits völlig unter Wasser.
Erfreulich viele Helfer waren aber behilflich beim Herausnehmen des
Bootes. Nachdem das Boot abgeriggert und verladen war, durften wir
uns in Richtung Festzelt begeben.
Der Festakt in den Räumen der Bremischen Bürgerschaft am Sonntagmorgen
mit der musikalischen Umrahmung eines hervorragenden Damenquartets,
war ein würdiger Abschluß der Veranstaltung. Nach den obligatorischen
Reden wurden die Preisträger ausgezeichnet und die Äquatorpreise verliehen.
In unserer Kategorie der Neuwieder Ruder-Gesellschaft, nahm ich die
Urkunde für den 3. Platz entgegen. Viel Beifall bekam Klara Pasch
für ihren Äquatorpreis.
Wolfgang David, der Leiter des Ausschusses Wanderrudern im Deutschen
Ruderverband dankte mir für mein Engagement bei den Reparaturarbeiten
in Masuren.
Mit einer Stunde Verspätung starteten wir mit Heinz Radler nach Rinteln,
wo es im Bootshaus wieder Kaffee und Kuchen gab. Mit einem Dank an
Fred für die viele Arbeit als Fahrtleiter traten wir in eigenem Wagen
die Heimreise an.
Das 43. Wanderruderertreffen findet 2008 wieder in Berlin statt.
Ob ich noch mal dabei bin? Wer weiß. Lust dazu hätte ich jedenfalls.
Rolf Petry
www.wrt2008.de
