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Samstag,
14 Juli 2007, 12:26, Gelände des Postsportvereines Koblenz.
Die Sonne steht bereits hoch am Himmel und in der Mittaghitze flimmert
die Luft. Ein Bergfahrer gibt Schub auf die Maschinen und lässt damit
das Zwergfell der anwesenden Segler erzittern. Eilig flüchten sich Jollen
und Yachten aus der Fahrwasserrinne um Abstand zu gewinnen. Nichts besonderes,
eigentlich ein hundsgewöhnlicher Samstagmittag im Koblenzer Becken.
Hundsgewöhnlich, … ist er das wirklich?
Ein unvorhersehbares Ereignis trübt das Bild. Unerwartet verschreckt
ein grüner Vereinsbus mit großen Lettern und lauter Musik die vorbeifahrenden
Radfahrer vor dem Vereinsgelände. Auf dem Bus steht gut lesbar "Neuwieder
Ruder-Gesellschaft""Ruder- und Hockeysport in Neuwied". "Was die schon
wieder hier wollen und vor allem um diese Zeit?", müssen sich die Anwohner
gedacht haben. "Die führen doch was im Schilde!", währe der logische
Folgegedanke gewesen! Und in der Tat ist diese muntere und gleichzeitig
Furcht einflößende Truppe nicht zum Rudern gekommen. Sie tragen Sparten
und Harke, Besen und Rechen, Kralle und einen fiesen Hintergedanken:
" Schluss mit Unkraut, nie wieder Brennnesselpickel an den Knöcheln,
oder Armeisen die einem in die empfindliche Haut zwischen dicken Zeh
und Mittelfuss zwicken.
Nach kurzer Peilung der Lage und Absprache gehen die Drei unverzüglich
und ohne Federlesen ans Werk. Ein Gemetzel nimmt seinen Lauf, Opfer
ist alles was grün ist, hoch oder klein gewachsen ist, Blätter oder
Sprossen hervorbringt, einfach alles. In kürzester Zeit ist der ehemalige
Lebensraum von hunderten Kleintieren gerodet und frische, feuchte, lehmbraune
Erde überzieht den Bereich unter den Übungseinern der NRG. Was hier
noch lebt, hat verdammtes Glück oder kann unter der Erde weiterexistieren,
was nicht gleich bedeutet, dass es deswegen das Ende des Tages erleben
werden würde.
Wer die anschließende Neugestaltung des Bodens mit ausgedienten Gehwegplatten
überleben würde, dem stand noch eine ausgiebige Schwimmprüfung unter
Leitung eines gewissen M. T. bevor, die Hölle auf Erden für alle Nichtschwimmer
unter den Insekten oder aber einfach nur das grausame Werkzeug der eifrigen
Plattenleger.
Nach dem die erste Platte symbolisch als Grundstein gelegt ist, gönnt
man sich eine erstaunlich kurze Pause mit Schwimmeinlage in und an der
Mosel. Man philosophierte über den Beruf des Bauarbeiters, der in diese
Form durchaus seine Reize hätte, so zumindest das Urteil eines in der
Mosel schwimmenden A. Z.. Gestärkt von kalter Pizza Diabolo, Malzbier
und Stullen finden unsere Bauarbeiter rasch in den alten Arbeitsrhythmus
zurück und eine Platte nach der Anderen kommt zum Liegen. So geht es
weiter bis keine Platten zum Verlegen mehr da sind.
Die "Indianer vom Stamm der gestreiften Titte" mit dem Stammeshäuptling
J. K. (GTRVN) erheben sich und beäugen ihr Werk selbstkritisch. Aussagen,
wie:"Sieht gut aus! Macht mal was her!", oder: " Da wackelt noch Eine!",
fallen. Danach räumen Alle die gebrauchten Werkzeuge weg und M.T. startet
gnadenlos die angekündigte Schwimmprüfung. Als auch noch das letzte
undichte Insekt abgesoffen ist, dreht A. Z. M.T. endlich den Hahn ab,
mit dem Verweis auf die Spaltenfüllung aus Erde, die glatt mit den Bach
runter gegangen ist.
Schließlich machen die Drei ein "Nachher-Foto" das mit einem "Vorher-Foto"
zusammen auf die Homepage des Vereins gestellt werden soll. Man sieht
fröhliche und zufriedene Gestalten auf Gehwegplatten vor den Übungseinern
und eine breiten braunen grünzeugfreien Streifen Erde. Sie steigen in
den Bus der zwischenzeitlich auf das Gelände gefahren ist, der Motor
heult auf und die Heimreise beginnt. Bald sollen noch mehr Platten folgen,
um den Zugang dauerhaft vom Grünzeug frei zuhalten.
- Adrian -
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