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Bericht
von Rolf Petry:
28.04.2007. Diesmal waren Jozef Dekowski mit Sohn Lukas, Kalle Müller,
Jürgen Klodewig und ich als
2. Arbeitsgruppe 2007 dabei. Wir sollten lediglich am Vierer „Neckar“
noch kleine Reparaturarbeiten vornehmen und lackieren, während die 1.
Gruppe vorher den Lack im Inneren des Bootes entfernen sollte.
 Die
Fahrt ging wieder zunächst nach Berlin Schmöckwitz, wo wir übernachteten. An der Grenze Frankfurt/Oder gab es am nächsten
Tag ein Problem. Ich hatte nur die Kopie meines Personalausweises mit,
weil das Original nicht in mein Portemonnaie paßte. Da wir früher sogar ohne Ausweis hier die Grenze passiert hatten,
glaubte ich nicht daß es heute Schwierigkeiten geben könnte. Der Grenzer
war aber ein Beamter durch und durch. Auch mein gültiger Führerschein
konnte ihn nicht davon überzeugen, daß es sich wirklich um mich handelte.
Sein polnischer Kollege dagegen winkte schon mit der Hand, daß er mich
doch durchlassen sollte. Gegen die Gebühr von 35 € bekam ich dann einen
befristeten Ausweis, mit dem ich nach einer Stunde meine Reise fortsetzen
konnte. Kurz vor 20 Uhr kamen wir in Gizycko, dem neuen Standort des
DRV in einer wunderschönen Freizeitanlage an. An der Rezeption erwartete
man uns bereits. Als Unterkunft stehen auf einem kleinen Hügel mitten
im Wald einzelne Häuser. Wir beziehen im Haus Nr. 2 ein Doppel und ein
Dreibettzimmer und fallen nach einem Abendessen todmüde in die Betten.
Bei
einer Außentemperatur um die 30° zu Hause fanden wir hier eben mal knapp
über 0° vor. Winterkleidung hatten wir nicht und um nicht wieder zu
frieren zogen wir die Arbeitskleidung über unsere Schlafanzüge. Hier
in dem neuem Standort sind die Arbeitsbedingungen wesentlich besser
als in Wilkasy. In der Halle lagern nur unsere Ruderboote, die sich
noch auf dem Hänger befanden. Den Vierer „Neckar“ konnte man leider
in dem Zustand, wie wir ihn vorfanden, noch nicht lackieren, da sich außer den Lackresten
noch viel Abbeizmittel in allen Fugen und Ecken befand. Das entsprechende
Werkzeug, eine Art Ziehklinge mit Griff,
zum Abkratzen fand Jozef, dank eines polnischen Arbeiters in
einem versteckten Laden.
Mit vereinten
Kräften machten wir uns an die Arbeit. Systematisch kratzten wir Feld
für Feld den Lack im Innenschiff ab. Eine Wahnsinnsarbeit. Auf der Steuerbordseite
waren im Vorschiff 3 Rippen gebrochen. Mit dem vorgefundenen Material
konnte ich Hilfsrippen anfertigen und die Bruchstellen damit schienen.
Kalle leimte und verschraubte eine Reihe von Brüchen im Bereich Waschbord.
Es war kalt und windig und wenn es anfing zu regnen, setzten
wir unsere Arbeit in der Halle fort. Licht holten wir uns aus der Nachbarhalle
durch einen Zaun.
Nicht
ganz zufrieden mit dem Ergebnis des heutigen Tages machen wir um 18
Uhr Feierabend.
Nach
dem Abendessen fuhren wir in die Stadt Gizycko, machten einen kleinen
Rundgang und fuhren mit einem Kasten Bier wieder zurück. Tote Hose,
weil die Saison noch nicht begonnen hatte. Jozef versuchte vergeblich
uns beizubringen, wie man den Namen Gizycko richtig ausspricht. Wir
gaben es auf bevor wir uns die Zunge zerbrechen.
Beim
Frühstück am nächsten Morgen stellten wir fest, das gleiche Wetter wie
Gestern. Jozef besorgte eine Flasche Wodka, gegen die Kälte. Er brachte
aber auch einen Staubsauger mit damit wir den Schleifstaub besser aus
dem Boot bekamen. Während Jürgen den ersten Anstrich mit G4 machte,
paßten Lukas und ich die mitgebrachten Bodenbretter im Vierer R. Knaut
an. Lukas machte das sehr geschickt, fertigte Querleimer an und verleimte
sie auch. Kalle und Jozef waren damit beschäftigt die Elektrik am Hänger
in Ordnung zu bringen. Den Abend verbrachten wir im Fernsehraum der
Unterkunft.
Mittwochs
war es etwas wärmer und wir konnten den ersten Anstrich schleifen, um
das Boot anschließend zum 2ten mal zu lackieren. Jürgen hatte den Kanister
G4 am Abend mit in die Unterkunft genommen, damit der Inhalt durch die
Wärme flüssiger würde. Er hatte
auch Erfolg damit. Nachdem wir die Begrenzungsleisten für die Bodenbretter
befestigt hatten, riggerten wir die Ultimo, den Kunststoffvierer auf,
um am Nachmittag eine Probefahrt zu machen. Bei Sonnenschein fuhren
wir nach Gizycko, machten im Yachthafen fest.
Im Fischrestaurant, daß wir von vergangenen Jahren schon kannten,
aßen wir leckeren, preiswerten Fisch. Bei der Rückfahrt zum Bootshaus
fuhren wir in einem Pulk von Motoryachten, weil gerade vorher die Drehbrücke
geöffnet wurde.
Am letzten
Tag machten wir im Bootshaus Reinschiff. Um unsere Rechnungen zahlen
zu können mußten wir nach Mikolaijki fahren, um Geld zu tauschen. Heute,
am 3.Mai war ein Feiertag in Polen und alle Wechselstuben waren geschlossen.
Auf dem Weg dahin besuchten wir die Familie Feldmann, wo wir schon 2
mal gewohnt hatten. Wir wurden freudig begrüßt und am Nachmittag zum
Kaffee eingeladen. Wir machten uns den Spaß und ruderten am Nachmittag
mit der Ultimo nach Wilkasy. Bevor wir zu Feldmanns gingen, stillten
wir unseren Hunger an einer Fischbude am Ufer des Jez Niegocin, (zu
Deutsch: Löwentinsee). Grazina und Werner Feldmann bewirteten uns anschließend
mit Kaffee und Kuchen. Beim Abschied versprachen wir uns, weiter in
Kontakt zu bleiben.

Zurück
am Bootshaus riggerten wir die Ultima wieder ab und lagerten alle 5
Boote auf Lagerböcken in der Halle. Den Hänger ließen wir vor der Halle
stehen, weil er in den nächsten Tagen nach Prenzlau zum TÜV mußte. Wir
ließen unsere mitgebrachten 2 paar Böcke dort, denn hier werden sie
für künftige Wanderfahrer dringend gebraucht.
Im Gespräch mit
Grazina Feldmann, der Wirtin der Pension Obermann, wo wir schon 2 mal
wohnten.
Die
Rückfahrt mit einer Übernachtung in Schmöckwitz war wieder anstrengend.
Noch am Abend war uns Ute Sieg noch behilflich die Formulare für die
Abrechnung der Unkosten für den DRV auszufüllen.
Als wir
Samstags in Neuwied ankamen, erlebten wir hier noch den Start von 40
Boote zur Eurega.
Etwas erschöpft, aber zufrieden sitzen wir hier mit Ute Sieg
im Hof des ESV Schmöckwitz.
 
Links: Am letzten Tag, bei der Rückfahrt über den Löwentinsee. Am Horizont
erkennt man Gizycko.
Rechts: Der in mühevoller Arbeit abgekratzte Schleifstaub des Vierers
„Neckar“.
Rolf
Petry
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