Es gab für mich noch
einen weißen Fleck auf Deutschlands Wasserstraßen. Die Unstrut
und ein Stück Saale. So folgten meine Frau und ich einer Einladung
des WSV Rinteln. In 6 Booten starteten 31 Ruderinnen und Ruderer am
15. April in Roßleben beim dortigen Ruderverein. Die Teilnehmer
kamen aus allen Gegenden Deutschlands und sogar aus der Schweiz und
Dänemark. Die Boote wurden schon am Vortag mit Hilfe
der Kameraden des RV Roßleben abgeladen und aufgeriggert.
Wie immer, so
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| Fahrtleiter Fred
Hoppe hat gut lachen. Hier kurz nach dem Start in Roßleben. |
hatte auch diesmal Dieter
Frangenberg für alle Tage den Plan der Bootseinteilung an die Obleute
verteilt. Breite und Strömung der Unstrut sind mit der Lahn vergleichbar.
Auf einer Länge von 50 Km sind 5 Schleusen zu passieren, die von
freundlichen Wärterinnen bedient wurden. Ich war Obmann in einem
schönen 3er m. Stm., ein Boot, das schon auf der Wunschliste der
NRG steht. Brigitte steuerte den Vierer Rintelia, den ich vor 2 Jahren
auf einer Fahrt mit Fred Hoppe in Kassel taufen durfte. Mittagsrast
war an der Schleuse Tröbsdorf, wo unser Busfahrer Heinz Radler
uns mit einem Mittagsbüfett erwartete. Das Tagesziel war beim RV
Rot-Weiß Naumburg. Unser erstes Standquartier war hier
im Hotel Kaiserhof. Es ließ keine Wünsche offen.
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| FIn einer der 5
Schleusen der Unstrut. |
Ab dem 2. Rudertag hatten
wir nur noch "Hoppewetter", d.h. Sonnenschein bis zum Anschlag.
Bevor wir aber zu Wasser gehen konnten, mußte ich als Bootswart
der Fahrt den Plankenvierer
"Sternenhimmel" mit einigen Klebestreifen abdichten. Bad
Dürrenberg, unser 2. Tagesziel, erkannte ich schon von Weitem,
denn hier legten wir auch bei unserer NRG AH Tour 2000 beim Kanuclub
an. Das reichhaltige Büfett im Schatten der Bäume war wieder
vom Feinsten. Nach der Rückkehr zum Hotel nahmen wir an einer
Führung durch die geschichtsträchtige Stadt Naumburg teil.
Ein junger Schüler des Gymnasiums machte das sehr nett. Sein
umfassendes Wissen schmückte er noch mit Gedichten und Liedern
aus.
Der 3. Rudertag führte
uns nach Halle, mit einer Mittagsrast in Merseburg. Wie schon
auf unserer AH Tour 2000 viel uns auf, daß es am Ufer der Saale
noch einigen Renovierungsstau gibt. Viele abgestorbene und zum Teil
umgestürzte Bäume störten das Bild der ansonsten lieblichen,
hügeligen Landschaft. Es gab auffallend wenig Wasservögel,
nur einige Enten und Reiher aber mehr Milane
Bei der Mittagsrast beim
RV Merseburg kamen mir auch Erinnerungen an unsere AH Tour
2000 auf. Im Bootshaus hatten uns die Freunde einen leckeren Eintopf
serviert und es gab Bier aus ½ l Kelchen. Logisch, daß
dann bei der Weiterfahrt geeignete Landeplätze gesucht wurden,
um Dünnsäure zu verklappen. In Halle endete die Fahrt beim
RC im Uni-Sportverein.
Am Abend war eine Weinprobe
in Freyburg an der Unstrut vorgesehen. Das war vom Hotel aus
in knapp 10 Km zu erreichen. Ein kleines Weingut, das sein gesamtes
Leesegut an eine Kelterei gibt und bekommt dafür 100 % seiner
Ware als fertigen Wein zurück. Ich mußte meine Meinung
revidieren, daß es hier nur sauren Wein geben kann. Die Weine,
die wir verkosteten, schmeckten uns genau so gut wie Mosel und Rheinweine.
Am Mittwoch, dem 20.
April verladen wir zunächst unser Gepäck, da wir das Hotel
wechseln. Ab Halle ist die Saale zwar Bundeswasserstraße, aber
es begegneten uns
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| Eine Pritsche hier
in Könnern würde sich lohnen und von Wanderfahrern gern
als Etappenziel angenommen. |
weder Fahrgastschiffe,
noch Frachtschiffe. Lediglich einige kleine Motoryachten, die alle
rücksichtsvoll an uns vorbeifuhren. Die beiden Schleusen in Wettin
und Rotheburg sind viel größer als die bisherigen und die
Schleusentore werden nach oben gezogen. Die
Tagesetappe endete an der Brücke in Könnern, wo 2000
das Ziel unsere AH Tour war. Das Herausnehmen der Boote war nicht
ganz leicht, aber da alle anpackten ging das problemlos. Nach der
Stärkung am Mittagsbüfett fanden sich alle im benachbarten
Lokal "Georgsburg" zu Bier oder Eis. Mit dem Bus ging es
anschließend nach Nienburg ins Hotel "Zum Löwen",
wo uns die Besitzerin mit einem Willkommenstrunk herzlich begrüßte.
Mit fröhlichen Liedern aus dem Liederbuch des WSV Rinteln, die
Fred Hoppe auf seiner Quetschkommode begleitete, und Geschichten aus
dem Leben, die Herbert Bockelmann wieder vortrug endete der Abend.
Das Frühstück
am 21. April war für 8 Uhr angesagt, aber wie immer auf Hoppefahrten,
drängelten sich schon alle ½ Stunde vorher am Büfett.
Wasserschuhe waren angesagt damit das Einsetzen der Boote an der Brücke
bei Könnern zügig gehen sollte. Die Etappe bis Bernburg
betrug nur 21 Km und wir legten schon am Mittag beim dortigen Ruderverein
an. Heinz Radler wartete schon mit seiner Mannschaft vom Landdienst
mit seinem obligatorischen Büfett. Aber zuerst mußten alle
Boote auf dem Gelände des Bootshauses abgelegt werden. Erst dann
gab Fred das Zeichen zur Schlacht am kalten Büfett. Zu Fuß
ging es dann rauf zum Schloß Bernburg. Bevor wir in den Schloßhoff
kamen brachten uns Kinder ein fröhliches Willkommenlied, das
nicht einmal im Programm stand. Von hier oben hatte man einen herrlichen
Blick auf Stadt und die Saale. Bevor wir mit einer Fähre zum
Bus übersetzten, genehmigten wir uns noch ein erfrischendes Eis
auf dem Marktplatz. Mit Preisskat und Würfelspiel klang der Tag
aus.
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| Das Mittagsbüfett
in Bernburg. |
Schloß Bernburg
von linken Saaleufer gesehen. |
Die Mittagsrast auf der
vorletzten Etappe machten wir in Calbe. Das Wetter wäre
auch gut zum Segelfliegen gewesen, denn auf dem Weg zur Elbe standen
die herrlichsten Cumuluswolken am Himmel. Als wir in die Elbe einfuhren
begegnete uns ein Frachtschiff. Es war das Einzige auf der ganzen
Wanderfahrt. Beim Kanuclub in Barby gab es keine Pritsche, beim Aussteigen
im Schlamm daher aber schmutzige Füße. Neben dem Büfett
gab es noch Geburtstagskuchen, den Ingeborg Kirsch spendierte. Wie
bei allen vorangegangenen Wanderfahrten mit Fred Hoppe, gab es am
Abend ein Quiz. Die Fragen drehten sich meist um die Landschaft Unstrut
und Saale. Gewinner war wieder einmal Erwin Zamow aus Lauenburg. Mit
Liedern von der Waterkant bis zum Alpenrand fand der Abend seinen
Abschluß.
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| Ende der Wanderfahrt
in Magdeburg |
Unser Reisebus,
der uns täglich begleitete. |
Auf der spiegelglatten
Elbe erreichten wir gegen Mittag des 23. April Magdeburg, wo
wir die Boote bei der Rvg. Alt-Werder herausnahmen. Reinigen und verladen
der Boote waren bald erledigt. Eine schöne Wanderfahrt war zu
Ende. Aber bevor wir uns zum großen Abschiedsbuffet im Hotel
trafen besichtigten wir noch die Schloßkirche in Nienburg, wo
Helga Mausberg uns mit einem wunderschönen Sologesang überraschte.
Die Hallenkirche bot dabei eine ausgezeichnete Akustik.
Was mir noch auffiel:
Es gab viele schöne neue Brücken über die Saale. Auch
neue Straßen die zum Teil besser waren als bei uns. Das Versprechen
von Helmut Kohl von blühenden Landschaften, fanden wir zum großen
Teil bestätigt.
Rolf Petry
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