Hauptseite > News > 2005 > Sommerwanderfahrt in Frankreich




France 2005
Sommerwanderfahrt auf der Rhone



 

Bericht des Adrian Zenger:


Freitag 19.08., Anreisetag - Die ersten Zeichen für eine ereignisreiche WaFa. Ich war im festen Glauben, wir würden uns am Bahnhof treffen, und hab extra noch den Merv und Connie mobilisiert, weil die irgendwas von Bootshaus in Erinnerung hatten. Um Punkt 21.00 standen also Marvin, Connie und ich abreisebereit am Bahnhof und haben auf die Anderen gewartet ..... 10 Minuten später kommt Marvins Vater mit quietschenden Reifen um die Ecke geprescht und motzt uns an, wo wir denn bleiben würden, die Anderen würden losfahren ..... wir total perplex zum Bootshaus, dort angekommen ..... das gewohnte Bild, nix eingepackt, noch nicht alle da .... und dafür der ganze Stress .... na ja also um 22.00 wollten wir losfahren, und um 23.50 sind wir dann wirklich losgerollt .... die Nacht über nicht viel Ungewöhnliches ... ich bin als Navi bei Watz mitgefahren, hinter uns Merv, Conni und AmiChan. Wir kamen gut voran und waren gegen fünf Uhr morgens in Lyon, haben dann als erstes mal die Ausfahrt verpasst und haben dann als Alternative eine Route durchs Rotlichtviertel genommen, wo um die Uhrzeit Highlife war .....*schmunzel* Einziger Währmutstropfen war, das Watz auf der Autobahn geblitzt worden ist .... aber das wäre eben der Preis der Mobilität, wie er meinte!

Samstag 20.08., Ruhetag - Wir sind in Lyon mit einer beeindruckenden Gastfreundschaft empfangen worden ... zum Frühstück schon kam der Präsident des Rudervereins und überflutete uns mit Prospekten, Anstecknadeln, Wimpeln, Kofferanhängern und sogar gravierten Weingläsern ... alles mit Vereinslogo und Farben. Das Bootshaus hatte einen sehr schönen alten Tagungsraum mit kleiner Bar und vielen Bildern .. davor eine riesige Terrasse in verwildertem Zustand mit wunderbarer Sicht auf eine kleine Burg in Privatbesitz die auf einer Insel der Sâone gebaut war. Wir haben einigen Leuten das Unospiel näher gebracht und einen Streifzug durch die Fußgängerzone von Lyon unternommen, hinüber zum Ufer der Rhône, um die "Strömung" zu checken. Abends gab’s eine muntere Runde trinkwütiger, grölender NRGler auf der Terrasse und ein kleines Himmelfahrtskommando, welches in der Nacht noch die Sâone mit der Wandervogel unsicher machte.

Sonntag 21.08., erste Etappe - nach dem Aufriggern und Wer-bekommt-welchen-GhettoBlaster ging’s bei bescheidenem Wetter und guter Laune los, erst ein paar Kilometer auf der Sâone, bis zur Rhône und zur ersten Schleuse ..... und wir warten! Was wir nicht zunächst nicht wussten; Vor einiger Zeit war ein Paddler wohl unachtsam gewesen und ist von einem Frachter angesogen worden welcher ihn liebenswürdiger weise zu Hackfleisch verarbeitet hat, und deswegen durften seit diesem Zeitpunkt keine Boote ohne maschinellen Antrieb geschleust werden .....! Das traf uns natürlich hart, zumal André bei dem zuständigen Schifffahrtsamt Erlaubnis und für jedes Boot eine Plakette geholt hatte, beides für nicht wenig Geld. Man einigte sich und traf einen Kompromiss. Die Boote wurden an ein zufällig vorhandenes Personenschiff gebunden und in Verbindung mit diesem unbemannt geschleust. Dann ging’s weiter, bei leichtem Regen. Zu diesem Zeitpunkt war die Rhône ehr ein großer Abwasserkanal und weniger ein attraktiver Fluss für Ruderer ... wir bemühten uns, die Etappe hinter uns zu bringen und kamen schließlich in Nîmes an. Und eine Überraschung .... André hatte von einem Bootshaus gesprochen ... nun haben wir da ja ganz deffenierte Vorstellungen von Sanitäranlagen und gewissen anderen Ausstattungen .... Fehlanzeige .... eine Blechbaracke, bei der man das Giebelblech vergessen hatte (es regnete rein) und ein einziges Stehklo welches auch noch mit nebenstehendem Stromagregat mit Strom und Wasser versorgt wurde ..... kurzfristig funktionierten Robby, Felix, Connie, André, Ich und weiß-nicht-mehr-wer-noch einen Gartenschlauch zur Dusche um, und reinigten uns unter der Autobahnbrücke. Nach dem Abendessen fuhr André uns in Portionen in die City um ein Feierabendbier zu trinken. Französisches Bier = Bäh! (meine Meinung). Nachdem die erste Kneipe schloss zogen wir eine Ecke weiter zum Club16, welches uns als Pub beschrieben, sich zum Danceclub enttarnte ... mit Türsteher und Klingel .... nun ja, nachdem Robbie zum Vater von Connie mutiert war, durften wir eintreten und uns in der Lounge niederlassen. Ein paar Cocktails, die unter anderem nach Zahnpasta schmeckten, fuhren wir wieder nach Hause und legten uns zu Bett. Mitten in der Nacht fuhren dann plötzlich ein paar Güterzüge durch unsere Blechbaracke ..... es dämmerte mir nur langsam das ich unmittelbar neben einem Schienenstrang versuchte zu schlafen .....!

Montag 22.08., zweite Etappe - Nach dem Frühstück ging es ohne großes Federlesen auf die zweite Etappe. An der Schleuse angekommen, stoppte ein erstmaliges Umtragen der Boote das Fortkommen um einiges. Danach verbesserte sich das Wetter merkbar und auch die Laune der Ruderer stieg nach ersten Dämpfern wieder auf gewohntes Niveau. Wir strandeten zum ersten Mal auf der WaFa in der Nähe des Campingplatzes, den Fahrtenleiter André für uns ausgesucht hatte. Dabei konnte man Samy leicht mit einem Stück Handgepäck verwechseln, die zwischen Isomatten, Rettungsweste und Regenjacken gar nicht weiter auffiel. Beinahe hätten wir Sie mit der Lahn aus dem Wasser gehoben. Auf dem Weg zum Campingplatz gab es noch ein Quer-Feld-Ein-Fussballspiel mit Handicap in Form von Gepäck. Endlich angekommen, verköstigten uns Felix und Amael mit deftiger Hausmannskost empfingen. Was genau das war, wissen nur wenige, aber man muss gestehen, dass es gut tat und schmeckte. Danach gab es, fast traditionell, wieder ein Trinkgelage. Bei Würfelrotwein und Würfelcocktail, der bisweilen an Pinselauswaschwasser erinnerte ging es munter zu. Nach einigen hilflosen Versuchen, dem runden Fussball Herr zu werden, ging es schließlich irgendwann in die Heia.

Dienstag 23.08., dritte Etappe, Landdienst mit Christian - Ich war als erste wieder auf den Beinen, und nachdem ich mich auf der Suche nach der Uhrzeit Watz Zweitschlüssel zum Auto bemächtigt hatte, stellte ich fest, dass es viel zu früh war .... ich widmete so meine gesteigerte Aufmerksamkeit der Morgenhygiene. Nachdem alles blitzte und blinkte schlich ich zurück ins Basislager, wo auch Christian erwacht und zu allem bereit erwacht war ... nach einer kurzen Info bei der schlafenden Fahrtenleitung und einer Abmeldung bei dem noch tiefer schlafenden Dr. Watz fuhren wir los, um ein Frühstück auf die Beine zu stellen ... dank Felix, war der Weg zu Croissants und Baguette nur ein Katzensprung und nachdem Christian sich ein Päckchen Kippen besorgt hatte, kauften wir zum Ärger der Dorfbewohner die einzige Bäckerei leer, zumindest Croissant-technisch war danach nicht mehr viel zu hohlen. Das Frühstück schmeckte und schon bald waren Zelte abgebaut und Tonen gepackt und schneller als ich dachte standen Christian und ich alleine auf dem Campingplatz. Dann der übliche Tagesablauf eines Landteams .... Müll aufsammeln, Hänger beladen, Spülen, Müll wegbringen, und auf ging’s in den nächsten Ort. Der Campingduke war gerade am pennen, und wie auf einem Schild beschrieben, suchten Chris und ich uns denn unserer Meinung nach geeignetsten Platz aus und markierten diesen auch sogleich mit den Ersatzskulls, die wir in Hecken am Eingang postierten ... der Platz lag direkt an den Sanitäreinrichtungen und war daher denkbar gut für Fussfaule Landteams geeignet! :-) Während dem Einkauf stellten wir ein feudales Abendessen zusammen: Knackigen Salat mit Gekilltem und Melone zum Nachtisch (die schmeckte nicht jedem, so gab’s mehr davon für Melonenfetischisten / Marvin, Connie und Ich). Zwischen Ankunft der Ruderer und dem Abendessen lag aufgrund diverser Zugyachten soviel Zeit, dass für Spielereien wie Tennisfussball auf echten Tennisplätzen und die wohl größte Uno-Runde der WaFa genügen Raum war. An diesem Abend ging es nicht ganz so bunt zu, da einigen doch die vergangen Tage merklich in den Knochen steckten. Julia, Samy, Connie und Merv waren jedoch so tollkühn in der Ortschaft nachts um halb zehn noch den Eishändler der Vertrauens zu suchen, denn sie zu meiner persönlichen Verwunderung auch fanden, .... wie viele Spielplätze den Weg gesäumt haben, wissen wohl nur diese vier. Ach ja, noch ein Wort zum Marvin, der hatte sich nämlich am Vorabend etwas mit dem Rotwein übernommen, und deshalb den ganzen tag auf dem Steuersitz geschlafen, wie ein kleines Baby. Das ist nicht nur ein Ausspruch sonder bildlich zu verstehen.

Mittwoch 24.08., vierte Etappe - Der erste Tag, der Badetemperaturen bot ... Holle war der erste der das erfuhr ... auf einer rutschigen Rampe wollten Robbie und Amael so tun, als ob sie Holger ins Wasser legen wollten ... die Rampe war rutschig die Gelegenheit günstig ... ein Stups genügte und Holle lag tatsächlich im Wasser .... O:-) ... na ja, danach das übliche Scharmützel, Holger versuchte mich einzufangen zwecks Ins-Wasser-schmeißen, funktionierte dank geübter Zurückhaltung meinerseits aber nicht, und schließlich waren wir auf Wasser, noch schnell in die Strömung und raus aus dem Boot rein ins Wasser .... so sollte es von da an jeden Tag laufen ..! Wunderbar! Abends grillte Ralf uns leckeren Fisch und Folienkartoffeln, einzig der Rochen auf Amoniakbasis war ein echtes Unikat für die Geschmacksnerven .... ;-) . Na ja, Julia und Konsorten wieder zum Spielplatz unterwegs, langsam wurden erste Gerüchte hörbar. Supernetter Campingduke, der sogar seinen Stacheldraht beiseite räumte um uns ein besseres Bootslager zu beschaffen. Und eine engagierte Dame älteren Baujahres die es tief in der Nacht noch für nötig hielt uns eine kleine Laudatio zu halten .... auf Französisch ..... iche nixe verstehen .... auf jeden Fall verstecken sich gewisse ältere Ruderer heldenhaft hinter einem Kinderhäuschen was ein sehr lustiges Bild aus meiner Perspektive abgab. Schließlich wandten wir die Hasenfuss-Taktik an, und verkrochen uns wieder ... das besänftigte die ältere Dame.

Donnerstag 25.08., fünfte Etappe - viel Erwähnenswertes. Auf dem Campingplatz angekommen, fehlte Ralf plötzlich seine Reisetasche, mit seiner gesamten Garderobe. Nach mehrfachem Umgraben von Hänger und Umfeld wurde der Verdacht eines Abhandenkommens durch kleinkriminelle Einflüsse geäußert. Während Ralf, Watz und Robby also Richtung Vortagescampingplatz und Polizei unterwegs waren, errichteten André und Ich noch ein schönes Dach aus Plane und einem Ersatzskull, sowie Abspanngurten während Julia und Samy uns Nudeln mit Käse-Sahnesoße und Hackfleisch Soße zur Auswahl zauberten, natürlich gab’s auch einen ordentlichen Salat. Danach gingen wir alle ins benachbarte Bowlingcenter, wo wir uns in kleinen Grübchen auf Billardtische und Bowlingbahnen verteilten ... irgendwie funktionierte es aber mit dem Einlochen bei einigen an diesem Abend nicht richtig und auf der Bowlingbahn war Ralle trotz einiger Spitzenleistung von Holle unantastbar. Mein Ergebnis viel nach dramatischen letzen Kugeln dann doch ehr bescheiden aus, Ina war eben doch ein Pünktchen besser als ich, und Amael war für mich schon seit der vierten Runde unerreichbar ... na ja, fürs erste Mal hat es mir trotzdem Spaß gemacht. Nach und nach kehrten die Gruppen zu ihren Zelten zurück und es kehrte Ruhe ein.

Freitag 26.08., sechste Etappe - Der Campingplatz war somit der beste der ganzen Wanderfahrt mit sehr moderner Ausstattung. Robbie und sein "Sohnemann" Connie empfingen uns herzlich und auf den Tonnen die zum Kreis um den Tisch (Tiefkühltruhe)aufgestellt waren, stand jeweils ein Willkommensgruß in Form einer Bierflasche. Das kam an! Später dann gab es Burger, die sich jeder selber zusammenstellen konnte, und Bratkartoffeln als Beilage. Alle waren satt, manche sprachen sogar von "Mästung"! Das war echt lecker.

Samstag 27.08., siebte Etappe - wenig Erwähnenswertes, nach dem Frühstück sollte es ein Gruppenfoto für die Presse geben, welches wohl für die Vermarktung des Campingplatzes dienen sollte ... allerdings gab es unterschiedliche Meinungen zum Ort des Schauspiels, und so liefen die Ersten schon mal auf den Fussballplatz um eine Runde zu kicken. Denen wurde schlagartig klar, das wird ein verdammt warmer Tag. Schon morgens um zehn eine Bullenhitze. Als ihnen die Puste ausging, liefen sie zur Rampe um dort auf die anderen zu warten, bis Sohnemann Connie sie zurückrief zum Gruppenfoto ... vollkommener Schwachsinn, weil am Campingplatz angekommen, die anderen entgegenkamen auf dem Weg zur Rampe ... na ja! Auf dem zweiten Weg zur Rampe folgte uns eine Herde wilder Schafe und Ziegen, die zielstrebig unseren bunten Seesäcken und Schwimmwesten hinterherliefen. Bei der Ankunft im Hafen fischte ein freundlicher englischer Yachtenbesitzer unseren Fussball aus dem Hafenbecken. Unsere Unterkunft war wohl ein verwilderter Friedhof ....diesen Anschein erweckte zumindest die verwilderte Mauer die das Anwesen umgab, und von der Marvin auf dem Bild in den sicheren Tot sprang .... aber etwas gab es dann doch noch!

Sonntag 28.08., achte Etappe - angeblich 30 harte Kilometer, von denen wir dank Robbie und ausreichend Mistral-Winden 28 segeln konnten.... das war mal echt nett. Abends legten wir mitten in einem Dorf an einer Rampe an und Felix kam uns wenig später einsammeln. Er hatte einen Wendehammer unterhab einer alten beleuchteten Burgruine zum Wildcampingplatz erhoben und wir verbrachten einen denkwürdigen Abend unter den Sternen. Alles sehr romantisch besonders die Tatsache das keine Toilette zur Verfügung stand .... :-) . Eben mal totale Wildnis .... ich weiß nicht wie die Meinung der anderen war, aber mir hat das sehr gut gefallen und ich werd mich noch in Ewigkeiten daran erinnern.

Montag 28.08., die neunte (Hammer-)Etappe - Mit Ziel Avignon ging es nach dem Frühstück los, einige haben wohl zuvor noch den Sonnenaufgang beobachtet, welcher mich aber ehr aus den federn zwang und mir Unbehagen bereitete, aufgrund diverser Becher Rosé, die Watz mir am Abend zuvor eingeschenkt hatte, Gott war das hell und kaum ein Fleck Schatten zum Unterstellen, und dann auch noch die Hitze .....nun ja, ich fing mich im laufe des Tages, und Felix erheiterte mich doch extrem als er mir unausweichlich seine Art des "Dancens" auf dem Steuerplatz demonstrierte ..... ich bin fast kollabiert vor lachen, währen Christian von dem anderen Ende des Bootes über zuviel Seitenlage klagte! *lustisch* Abends kamen wir in Avignon an und enterten erstmal die Duschen ohne großartig zu fragen, denn man weiß seit dieser Etappe doch den Luxus der heutigen Zeit wieder zu schätzen ... anschließend gingen wir in einem italienischen Restaurant gegenüber der Skyline von Avignon mit Blick auf die halbe Brücke essen. Ein echter Hochgenuß mal wieder auf Stühlen an einem Tisch mit Messer und Gabel zu essen .... und dann vor dieser Kulisse in dem Ambiente ... wunderbar.

Dienstag 29.08., Ruhetag in Avignon - Ich liebe Avignon, da werde ich nicht zum letzten Mal gewesen sein .... ! Nach einem etwas unsanften Wecken erhob ich mich und Holle und Christian fuhren mich zu einem Supermarkt um Baguette und Croissants einzukaufen, zurück, Frühstück, dann verabschiedeten sich Ina, Julia, Samy und Felix in Richtung Neuwied. Schade, dass Sie den Rest der Tour nicht mehr mitmachen konnten. Anschließend spülen, ein paar Sachen waschen, und dann endlich in die City. Da ich schon mal in Avignon war, hatte ich gewisse Ortskenntnis, und Christian und ich setzen mit einer kostenfreien Personenfährt über um dann direkt einige Stufen in Richtung der Kathedrale von Avignon zu erklimmen. Oben bot sich der Blick über die Stadt und ein wunderbarer Park in dem sich viel Pärchen und Touries rumtrieben. Da wäre ich gerne öfters, nicht zu vergleichen mit unserem Schlosspark in Neuwied. Avignon ist eine schöne Stadt mit vielen Cafés und Boutiquen, es gab viel zu sehn, von dort haben viele ihre Postkarten geschrieben und einige haben sich ein kleines Mitbringsel für die Daheimgebliebenen besorgt. Das Eis im Park hat hervorragend gemundet und überhaupt konnte an diesem Tag einfach niemand schlecht gelaunt sein.

Mittwoch 30.08., die zehnte (Hammer-)Etappe -ganze 15 Kilometer, was ein Brett! Ok, wir trieben ewig in der Sonne und einige können jetzt wohl den TGV in Photoqualität malen ....... außerdem wer verdammtnochmal ist so bescheuert zwei Brücken für einen Zug direkt nebeneinander zu stellen ... na ja ok, die Franzosen eben. Dafür haben sie andere Qualitäten. Zum Beispiel Boulespiel und Pastis (auch Ricard genannt, ein typischer Apèretief, den die Franzosen gerne vor dem Essen und auch sonst ganz gerne trinken) 8-) . Abends gesellten wir uns zu den französichen Eingeborenen und passten uns mal ganz den Gegebenheiten an, spielten Boule und tranken Pastis. Donnerstag 1.09., die elfte und letzte Etappe - nach Arles ins Reich der Mosquitos .... nach spitzenklasse Abendessen von Watz und Ralf, es gab reichlich Salat und totes Tier mit Dünstzwiebeln und Oliven, versuchten einige Tapfere, noch mal in die Stadt aufzubrechen ..... sie kamen dort auch an aber erst nach folgendem Prozedere ... Ralfs Batterie aufgrund der mosquitotechnsichen Dauerbeleuchtung des Essplatzes total ausgelutscht, zweimal Anschieben ohne Erfolg, chaotischer Starthilfeversuch von Holger Passat, an dem zu diesem Zeitpunkt Benzin am Gardena-Benzin-Schlauch auslief (!!!!!) und als der Motor des Rallobils endlich lief, war die Schranke des Campingplatzes geschlossen ..... haha, ja so kann’s gehen! Lachen konnte man darüber trotzdem .... also trabten sie in einem Gewaltmarsch zur City. ich schlief an diesem Abend aus noch unbekannten Gründen in Jeans und Pulli auf meinem Schlafsack ein, und war eben noch in der Lage mich meiner Schuhe zu entledigen.

Freitag 2.09., Strandtag - ein echtes Highlight der Tour - Nach Frühstück ging’s in den Autos zum Meer nach Saintes Marie de la Meere, ein Ort der von Touries lebt. Aber dafür war der Strand auch echt klasse. Die Sonne ballerte, und wir ruderten jeder eine kleine Runde auf dem Mittelmeer .... vom Liegeplatz zur Eisdiele und zurück mit Schwimmpause .... es wurde Uno und Fussball gespielt, manch sahen auch die Zweitinterpretation von GZSZ an , die sich am Strand zutrug ... es war königlich. Im Sonnenuntergang luden wir die Lahn wieder auf und tippelten zu den Restaurants die sich an der Küste entlang aufreihten. Erst tappten wir in eine Touriefalle, die zu dumm war, die Küche anzuschmeißen. Deswegen ging’s nach einer Runde Getränke in ein richtiges Restaurant, wo der Laden lief .... bei überbackenen Muscheln und französischem Käse läst sich eben besser Schmatzen als zu Bürger und Pommes! Satt und zufrieden steuerten wir wieder den Campingplatz in Arles an. Gute Nacht!

Samstag 3.09., Abreisetag - Schnell waren Zelte und Tonnen routienemäßig abgeschlagen und verstaut und es ging's auch ohne nennenswerte Verzögerungen los, nachdem der Gardena-Benzin-Schlauch gegen einen vernünftigen Benzinschlauch ausgetauscht wurde. Während der Fahrt zerdepperte Marvin dann per Handkantenschlag Holles Windschutzscheibe, als er einen Mosquito erlegte. Beim Supermark deckten sich alle mit Proviant und mit Mitbringseln für Eltern und sich selber ein, meistens so einfallslose Sachen, wie Wein, Bier und Pastis. Dann rollten wir an und kamen auch recht gut voran, bis Holle rechts auf den Standstreifen rollte und feststellen musste, dass seinem Passat zwei Radschrauben vorne links abgerissen waren .... die ganze Aktion hat uns dann in etwa fünf bis sechs Stunden gekostet. Und zwar folgendes: Zunächst ein Telefonat nach Deutschland in die ADACPlus-Zentrale wo man uns sagte, erst müsste eine französische Werkstatt ein Gutachten erstellen um
festzustellen welche Leistungen uns zustünden. Also per Notrufsäule den französischen Abschleppdienst geordert, der Holles Gespann dann von Lyon-Ost wieder zwanzig Kilometer nach Nîmes zurück schleppte. Währenddessen brachte Ralf Robbie, Amael, Christian und mich zum nächsten Rastplatz und stellte dort den Bootshänger ab. Anschließend fuhr er zu den anderen zurück. Da die Werkstatt in Frankreich erst in einer Woche hätte reparieren können, wurden Watz und die anderen in der Zwischenzeit selber aktiv. Mit einer Bohrmaschine und einem Bohrer den Ralf in einem Baumarkt erstanden hatte bohrte man die Bolzen aus der Radaufnahme heraus und schraubte das Rad mit den Schrauben aus den Hinterrädern wieder an, die Hinterradschrauben wurden durch verschiedene Modelle aus dem Sammelsurium eines hilfsbereiten Franzosen aufgefüllt .... die Bohrmaschine brachte Ralf später als unbenutzt wieder zum Baumarkt zurück ...genial ... André hatte inzwischen beim ADAC einen Mietwagen erkämpft der aber in Lyon am Bahnhof abgeholt werden musste .... also fuhr Ralf André, Marvin und Connie zum Flughafen und kehrte später erst wieder zum Rastplatz zurück, um uns wieder einzusammeln. Dort war es uns gut ergangen. Wir tranken einen Kaffee nach dem anderen, und gingen nach einigen Telefonaten mit dem Krisenstab durchs Dorf, fanden einen Obsthändler, bei dem Robbie einige Bananen führ uns erstand, und blocken Flirtversuche von einem Kampfwalfisch ab ... außerdem trafen wir noch Deutsche aus Dierdorf auf dem Rastplatz ..... dann ging’s endlich weiter ... und wie von Geisterhand geführt, trafen wir uns recht bald auf der Autobahn alle wieder, nämlich beim Mitternachtsmahl auf einem anderen Rasthof .... zu Brot mit Salami, Sandwichs, oder Salat, die warme Küche war nämlich abgeschaltet .... nach einigen Stunden Autobahn, steuerten wir in Trier um drei Uhr morgens den Burgerking an und dinierten dort. Zwei Stunden Später kamen wir in Neuwied an .... eine fantastische WaFa ging zu ende ...... nicht ganz! Sonntag 4.09., Booteputzen - Wir reinigten die Boote, sammelten unser Gepäck, und tranken die letzten französischen Biere aus. Danach setzten sich einige noch mit den Jungs und Mädels des Kölner Rudervereins zusammen und grillten mit ihnen im Innenhof ein paar Steaks und Würstchen.
Dort erklärte André die WaFa offiziell für beendet und es gab einen Dankesablauß. Danach verabschiedeten sich endgültig die Letzten mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesichtern Richtung heimisches Bett.




Bericht: Adrian Zenger




Die NRG-Homepage ist seit dem 20. Februar 1999 online | Redaktioneller Abschluss dieser Seite durch Ralf.