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Bericht des Adrian Zenger:
Freitag 19.08., Anreisetag - Die ersten Zeichen für eine
ereignisreiche WaFa. Ich war im festen Glauben, wir würden uns
am Bahnhof treffen, und hab extra noch den Merv und Connie mobilisiert,
weil die irgendwas von Bootshaus in Erinnerung hatten. Um Punkt 21.00
standen also Marvin, Connie und ich abreisebereit am Bahnhof und haben
auf die Anderen gewartet ..... 10 Minuten später kommt Marvins
Vater mit quietschenden Reifen um die Ecke geprescht und motzt uns
an, wo wir denn bleiben würden, die Anderen würden losfahren
..... wir total perplex zum Bootshaus, dort angekommen ..... das gewohnte
Bild, nix eingepackt, noch nicht alle da .... und dafür der ganze
Stress .... na ja also um 22.00 wollten wir losfahren, und um 23.50
sind wir dann wirklich losgerollt .... die Nacht über nicht viel
Ungewöhnliches ... ich bin als Navi bei Watz mitgefahren, hinter
uns Merv, Conni und AmiChan. Wir kamen gut voran und waren gegen fünf
Uhr morgens in Lyon, haben dann als erstes mal die Ausfahrt verpasst
und haben dann als Alternative eine Route durchs Rotlichtviertel genommen,
wo um die Uhrzeit Highlife war .....*schmunzel* Einziger Währmutstropfen
war, das Watz auf der Autobahn geblitzt worden ist .... aber das wäre
eben der Preis der Mobilität, wie er meinte!
Samstag 20.08., Ruhetag - Wir sind in Lyon mit einer beeindruckenden
Gastfreundschaft empfangen worden ... zum Frühstück schon
kam der Präsident des Rudervereins und überflutete uns mit
Prospekten, Anstecknadeln, Wimpeln, Kofferanhängern und sogar
gravierten Weingläsern ... alles mit Vereinslogo und Farben.
Das Bootshaus hatte einen sehr schönen alten Tagungsraum mit
kleiner Bar und vielen Bildern .. davor eine riesige Terrasse in verwildertem
Zustand mit wunderbarer Sicht auf eine kleine Burg in Privatbesitz
die auf einer Insel der Sâone gebaut war. Wir haben einigen
Leuten das Unospiel näher gebracht und einen Streifzug durch
die Fußgängerzone von Lyon unternommen, hinüber zum
Ufer der Rhône, um die "Strömung" zu checken.
Abends gabs eine muntere Runde trinkwütiger, grölender
NRGler auf der Terrasse und ein kleines Himmelfahrtskommando, welches
in der Nacht noch die Sâone mit der Wandervogel unsicher machte.
Sonntag 21.08., erste Etappe - nach dem Aufriggern und Wer-bekommt-welchen-GhettoBlaster
gings bei bescheidenem Wetter und guter Laune los, erst ein
paar Kilometer auf der Sâone, bis zur Rhône und zur ersten
Schleuse ..... und wir warten! Was wir nicht zunächst nicht wussten;
Vor einiger Zeit war ein Paddler wohl unachtsam gewesen und ist von
einem Frachter angesogen worden welcher ihn liebenswürdiger weise
zu Hackfleisch verarbeitet hat, und deswegen durften seit diesem Zeitpunkt
keine Boote ohne maschinellen Antrieb geschleust werden .....! Das
traf uns natürlich hart, zumal André bei dem zuständigen
Schifffahrtsamt Erlaubnis und für jedes Boot eine Plakette geholt
hatte, beides für nicht wenig Geld. Man einigte sich und traf
einen Kompromiss. Die Boote wurden an ein zufällig vorhandenes
Personenschiff gebunden und in Verbindung mit diesem unbemannt geschleust.
Dann gings weiter, bei leichtem Regen. Zu diesem Zeitpunkt war
die Rhône ehr ein großer Abwasserkanal und weniger ein
attraktiver Fluss für Ruderer ... wir bemühten uns, die
Etappe hinter uns zu bringen und kamen schließlich in Nîmes
an. Und eine Überraschung .... André hatte von einem Bootshaus
gesprochen ... nun haben wir da ja ganz deffenierte Vorstellungen
von Sanitäranlagen und gewissen anderen Ausstattungen .... Fehlanzeige
.... eine Blechbaracke, bei der man das Giebelblech vergessen hatte
(es regnete rein) und ein einziges Stehklo welches auch noch mit nebenstehendem
Stromagregat mit Strom und Wasser versorgt wurde ..... kurzfristig
funktionierten Robby, Felix, Connie, André, Ich und weiß-nicht-mehr-wer-noch
einen Gartenschlauch zur Dusche um, und reinigten uns unter der Autobahnbrücke.
Nach dem Abendessen fuhr André uns in Portionen in die City
um ein Feierabendbier zu trinken. Französisches Bier = Bäh!
(meine Meinung). Nachdem die erste Kneipe schloss zogen wir eine Ecke
weiter zum Club16, welches uns als Pub beschrieben, sich zum Danceclub
enttarnte ... mit Türsteher und Klingel .... nun ja, nachdem
Robbie zum Vater von Connie mutiert war, durften wir eintreten und
uns in der Lounge niederlassen. Ein paar Cocktails, die unter anderem
nach Zahnpasta schmeckten, fuhren wir wieder nach Hause und legten
uns zu Bett. Mitten in der Nacht fuhren dann plötzlich ein paar
Güterzüge durch unsere Blechbaracke ..... es dämmerte
mir nur langsam das ich unmittelbar neben einem Schienenstrang versuchte
zu schlafen .....!
Montag 22.08., zweite Etappe - Nach dem Frühstück
ging es ohne großes Federlesen auf die zweite Etappe. An der
Schleuse angekommen, stoppte ein erstmaliges Umtragen der Boote das
Fortkommen um einiges. Danach verbesserte sich das Wetter merkbar
und auch die Laune der Ruderer stieg nach ersten Dämpfern wieder
auf gewohntes Niveau. Wir strandeten zum ersten Mal auf der WaFa in
der Nähe des Campingplatzes, den Fahrtenleiter André für
uns ausgesucht hatte. Dabei konnte man Samy leicht mit einem Stück
Handgepäck verwechseln, die zwischen Isomatten, Rettungsweste
und Regenjacken gar nicht weiter auffiel. Beinahe hätten wir
Sie mit der Lahn aus dem Wasser gehoben. Auf dem Weg zum Campingplatz
gab es noch ein Quer-Feld-Ein-Fussballspiel mit Handicap in Form von
Gepäck. Endlich angekommen, verköstigten uns Felix und Amael
mit deftiger Hausmannskost empfingen. Was genau das war, wissen nur
wenige, aber man muss gestehen, dass es gut tat und schmeckte. Danach
gab es, fast traditionell, wieder ein Trinkgelage. Bei Würfelrotwein
und Würfelcocktail, der bisweilen an Pinselauswaschwasser erinnerte
ging es munter zu. Nach einigen hilflosen Versuchen, dem runden Fussball
Herr zu werden, ging es schließlich irgendwann in die Heia.
Dienstag 23.08., dritte Etappe, Landdienst mit Christian -
Ich war als erste wieder auf den Beinen, und nachdem ich mich auf
der Suche nach der Uhrzeit Watz Zweitschlüssel zum Auto bemächtigt
hatte, stellte ich fest, dass es viel zu früh war .... ich widmete
so meine gesteigerte Aufmerksamkeit der Morgenhygiene. Nachdem alles
blitzte und blinkte schlich ich zurück ins Basislager, wo auch
Christian erwacht und zu allem bereit erwacht war ... nach einer kurzen
Info bei der schlafenden Fahrtenleitung und einer Abmeldung bei dem
noch tiefer schlafenden Dr. Watz fuhren wir los, um ein Frühstück
auf die Beine zu stellen ... dank Felix, war der Weg zu Croissants
und Baguette nur ein Katzensprung und nachdem Christian sich ein Päckchen
Kippen besorgt hatte, kauften wir zum Ärger der Dorfbewohner
die einzige Bäckerei leer, zumindest Croissant-technisch war
danach nicht mehr viel zu hohlen. Das Frühstück schmeckte
und schon bald waren Zelte abgebaut und Tonen gepackt und schneller
als ich dachte standen Christian und ich alleine auf dem Campingplatz.
Dann der übliche Tagesablauf eines Landteams .... Müll aufsammeln,
Hänger beladen, Spülen, Müll wegbringen, und auf gings
in den nächsten Ort. Der Campingduke war gerade am pennen, und
wie auf einem Schild beschrieben, suchten Chris und ich uns denn unserer
Meinung nach geeignetsten Platz aus und markierten diesen auch sogleich
mit den Ersatzskulls, die wir in Hecken am Eingang postierten ...
der Platz lag direkt an den Sanitäreinrichtungen und war daher
denkbar gut für Fussfaule Landteams geeignet! :-) Während
dem Einkauf stellten wir ein feudales Abendessen zusammen: Knackigen
Salat mit Gekilltem und Melone zum Nachtisch (die schmeckte nicht
jedem, so gabs mehr davon für Melonenfetischisten / Marvin,
Connie und Ich). Zwischen Ankunft der Ruderer und dem Abendessen lag
aufgrund diverser Zugyachten soviel Zeit, dass für Spielereien
wie Tennisfussball auf echten Tennisplätzen und die wohl größte
Uno-Runde der WaFa genügen Raum war. An diesem Abend ging es
nicht ganz so bunt zu, da einigen doch die vergangen Tage merklich
in den Knochen steckten. Julia, Samy, Connie und Merv waren jedoch
so tollkühn in der Ortschaft nachts um halb zehn noch den Eishändler
der Vertrauens zu suchen, denn sie zu meiner persönlichen Verwunderung
auch fanden, .... wie viele Spielplätze den Weg gesäumt
haben, wissen wohl nur diese vier. Ach ja, noch ein Wort zum Marvin,
der hatte sich nämlich am Vorabend etwas mit dem Rotwein übernommen,
und deshalb den ganzen tag auf dem Steuersitz geschlafen, wie ein
kleines Baby. Das ist nicht nur ein Ausspruch sonder bildlich zu verstehen.
Mittwoch 24.08., vierte Etappe - Der erste Tag, der Badetemperaturen
bot ... Holle war der erste der das erfuhr ... auf einer rutschigen
Rampe wollten Robbie und Amael so tun, als ob sie Holger ins Wasser
legen wollten ... die Rampe war rutschig die Gelegenheit günstig
... ein Stups genügte und Holle lag tatsächlich im Wasser
.... O:-) ... na ja, danach das übliche Scharmützel, Holger
versuchte mich einzufangen zwecks Ins-Wasser-schmeißen, funktionierte
dank geübter Zurückhaltung meinerseits aber nicht, und schließlich
waren wir auf Wasser, noch schnell in die Strömung und raus aus
dem Boot rein ins Wasser .... so sollte es von da an jeden Tag laufen
..! Wunderbar! Abends grillte Ralf uns leckeren Fisch und Folienkartoffeln,
einzig der Rochen auf Amoniakbasis war ein echtes Unikat für
die Geschmacksnerven .... ;-) . Na ja, Julia und Konsorten wieder
zum Spielplatz unterwegs, langsam wurden erste Gerüchte hörbar.
Supernetter Campingduke, der sogar seinen Stacheldraht beiseite räumte
um uns ein besseres Bootslager zu beschaffen. Und eine engagierte
Dame älteren Baujahres die es tief in der Nacht noch für
nötig hielt uns eine kleine Laudatio zu halten .... auf Französisch
..... iche nixe verstehen .... auf jeden Fall verstecken sich gewisse
ältere Ruderer heldenhaft hinter einem Kinderhäuschen was
ein sehr lustiges Bild aus meiner Perspektive abgab. Schließlich
wandten wir die Hasenfuss-Taktik an, und verkrochen uns wieder ...
das besänftigte die ältere Dame.
Donnerstag 25.08., fünfte Etappe - viel Erwähnenswertes.
Auf dem Campingplatz angekommen, fehlte Ralf plötzlich seine
Reisetasche, mit seiner gesamten Garderobe. Nach mehrfachem Umgraben
von Hänger und Umfeld wurde der Verdacht eines Abhandenkommens
durch kleinkriminelle Einflüsse geäußert. Während
Ralf, Watz und Robby also Richtung Vortagescampingplatz und Polizei
unterwegs waren, errichteten André und Ich noch ein schönes
Dach aus Plane und einem Ersatzskull, sowie Abspanngurten während
Julia und Samy uns Nudeln mit Käse-Sahnesoße und Hackfleisch
Soße zur Auswahl zauberten, natürlich gabs auch einen
ordentlichen Salat. Danach gingen wir alle ins benachbarte Bowlingcenter,
wo wir uns in kleinen Grübchen auf Billardtische und Bowlingbahnen
verteilten ... irgendwie funktionierte es aber mit dem Einlochen bei
einigen an diesem Abend nicht richtig und auf der Bowlingbahn war
Ralle trotz einiger Spitzenleistung von Holle unantastbar. Mein Ergebnis
viel nach dramatischen letzen Kugeln dann doch ehr bescheiden aus,
Ina war eben doch ein Pünktchen besser als ich, und Amael war
für mich schon seit der vierten Runde unerreichbar ... na ja,
fürs erste Mal hat es mir trotzdem Spaß gemacht. Nach und
nach kehrten die Gruppen zu ihren Zelten zurück und es kehrte
Ruhe ein.
Freitag 26.08., sechste Etappe - Der Campingplatz war somit
der beste der ganzen Wanderfahrt mit sehr moderner Ausstattung. Robbie
und sein "Sohnemann" Connie empfingen uns herzlich und auf
den Tonnen die zum Kreis um den Tisch (Tiefkühltruhe)aufgestellt
waren, stand jeweils ein Willkommensgruß in Form einer Bierflasche.
Das kam an! Später dann gab es Burger, die sich jeder selber
zusammenstellen konnte, und Bratkartoffeln als Beilage. Alle waren
satt, manche sprachen sogar von "Mästung"! Das war
echt lecker.
Samstag 27.08., siebte Etappe - wenig Erwähnenswertes,
nach dem Frühstück sollte es ein Gruppenfoto für die
Presse geben, welches wohl für die Vermarktung des Campingplatzes
dienen sollte ... allerdings gab es unterschiedliche Meinungen zum
Ort des Schauspiels, und so liefen die Ersten schon mal auf den Fussballplatz
um eine Runde zu kicken. Denen wurde schlagartig klar, das wird ein
verdammt warmer Tag. Schon morgens um zehn eine Bullenhitze. Als ihnen
die Puste ausging, liefen sie zur Rampe um dort auf die anderen zu
warten, bis Sohnemann Connie sie zurückrief zum Gruppenfoto ...
vollkommener Schwachsinn, weil am Campingplatz angekommen, die anderen
entgegenkamen auf dem Weg zur Rampe ... na ja! Auf dem zweiten Weg
zur Rampe folgte uns eine Herde wilder Schafe und Ziegen, die zielstrebig
unseren bunten Seesäcken und Schwimmwesten hinterherliefen. Bei
der Ankunft im Hafen fischte ein freundlicher englischer Yachtenbesitzer
unseren Fussball aus dem Hafenbecken. Unsere Unterkunft war wohl ein
verwilderter Friedhof ....diesen Anschein erweckte zumindest die verwilderte
Mauer die das Anwesen umgab, und von der Marvin auf dem Bild in den
sicheren Tot sprang .... aber etwas gab es dann doch noch!
Sonntag 28.08., achte Etappe - angeblich 30 harte Kilometer,
von denen wir dank Robbie und ausreichend Mistral-Winden 28 segeln
konnten.... das war mal echt nett. Abends legten wir mitten in einem
Dorf an einer Rampe an und Felix kam uns wenig später einsammeln.
Er hatte einen Wendehammer unterhab einer alten beleuchteten Burgruine
zum Wildcampingplatz erhoben und wir verbrachten einen denkwürdigen
Abend unter den Sternen. Alles sehr romantisch besonders die Tatsache
das keine Toilette zur Verfügung stand .... :-) . Eben mal totale
Wildnis .... ich weiß nicht wie die Meinung der anderen war,
aber mir hat das sehr gut gefallen und ich werd mich noch in Ewigkeiten
daran erinnern.
Montag 28.08., die neunte (Hammer-)Etappe - Mit Ziel Avignon
ging es nach dem Frühstück los, einige haben wohl zuvor
noch den Sonnenaufgang beobachtet, welcher mich aber ehr aus den federn
zwang und mir Unbehagen bereitete, aufgrund diverser Becher Rosé,
die Watz mir am Abend zuvor eingeschenkt hatte, Gott war das hell
und kaum ein Fleck Schatten zum Unterstellen, und dann auch noch die
Hitze .....nun ja, ich fing mich im laufe des Tages, und Felix erheiterte
mich doch extrem als er mir unausweichlich seine Art des "Dancens"
auf dem Steuerplatz demonstrierte ..... ich bin fast kollabiert vor
lachen, währen Christian von dem anderen Ende des Bootes über
zuviel Seitenlage klagte! *lustisch* Abends kamen wir in Avignon an
und enterten erstmal die Duschen ohne großartig zu fragen, denn
man weiß seit dieser Etappe doch den Luxus der heutigen Zeit
wieder zu schätzen ... anschließend gingen wir in einem
italienischen Restaurant gegenüber der Skyline von Avignon mit
Blick auf die halbe Brücke essen. Ein echter Hochgenuß
mal wieder auf Stühlen an einem Tisch mit Messer und Gabel zu
essen .... und dann vor dieser Kulisse in dem Ambiente ... wunderbar.
Dienstag 29.08., Ruhetag in Avignon - Ich liebe Avignon, da
werde ich nicht zum letzten Mal gewesen sein .... ! Nach einem etwas
unsanften Wecken erhob ich mich und Holle und Christian fuhren mich
zu einem Supermarkt um Baguette und Croissants einzukaufen, zurück,
Frühstück, dann verabschiedeten sich Ina, Julia, Samy und
Felix in Richtung Neuwied. Schade, dass Sie den Rest der Tour nicht
mehr mitmachen konnten. Anschließend spülen, ein paar Sachen
waschen, und dann endlich in die City. Da ich schon mal in Avignon
war, hatte ich gewisse Ortskenntnis, und Christian und ich setzen
mit einer kostenfreien Personenfährt über um dann direkt
einige Stufen in Richtung der Kathedrale von Avignon zu erklimmen.
Oben bot sich der Blick über die Stadt und ein wunderbarer Park
in dem sich viel Pärchen und Touries rumtrieben. Da wäre
ich gerne öfters, nicht zu vergleichen mit unserem Schlosspark
in Neuwied. Avignon ist eine schöne Stadt mit vielen Cafés
und Boutiquen, es gab viel zu sehn, von dort haben viele ihre Postkarten
geschrieben und einige haben sich ein kleines Mitbringsel für
die Daheimgebliebenen besorgt. Das Eis im Park hat hervorragend gemundet
und überhaupt konnte an diesem Tag einfach niemand schlecht gelaunt
sein.
Mittwoch 30.08., die zehnte (Hammer-)Etappe -ganze 15 Kilometer,
was ein Brett! Ok, wir trieben ewig in der Sonne und einige können
jetzt wohl den TGV in Photoqualität malen ....... außerdem
wer verdammtnochmal ist so bescheuert zwei Brücken für einen
Zug direkt nebeneinander zu stellen ... na ja ok, die Franzosen eben.
Dafür haben sie andere Qualitäten. Zum Beispiel Boulespiel
und Pastis (auch Ricard genannt, ein typischer Apèretief, den
die Franzosen gerne vor dem Essen und auch sonst ganz gerne trinken)
8-) . Abends gesellten wir uns zu den französichen Eingeborenen
und passten uns mal ganz den Gegebenheiten an, spielten Boule und
tranken Pastis. Donnerstag 1.09., die elfte und letzte Etappe - nach
Arles ins Reich der Mosquitos .... nach spitzenklasse Abendessen von
Watz und Ralf, es gab reichlich Salat und totes Tier mit Dünstzwiebeln
und Oliven, versuchten einige Tapfere, noch mal in die Stadt aufzubrechen
..... sie kamen dort auch an aber erst nach folgendem Prozedere ...
Ralfs Batterie aufgrund der mosquitotechnsichen Dauerbeleuchtung des
Essplatzes total ausgelutscht, zweimal Anschieben ohne Erfolg, chaotischer
Starthilfeversuch von Holger Passat, an dem zu diesem Zeitpunkt Benzin
am Gardena-Benzin-Schlauch auslief (!!!!!) und als der Motor des Rallobils
endlich lief, war die Schranke des Campingplatzes geschlossen .....
haha, ja so kanns gehen! Lachen konnte man darüber trotzdem
.... also trabten sie in einem Gewaltmarsch zur City. ich schlief
an diesem Abend aus noch unbekannten Gründen in Jeans und Pulli
auf meinem Schlafsack ein, und war eben noch in der Lage mich meiner
Schuhe zu entledigen.
Freitag 2.09., Strandtag - ein echtes Highlight der Tour -
Nach Frühstück gings in den Autos zum Meer nach Saintes
Marie de la Meere, ein Ort der von Touries lebt. Aber dafür war
der Strand auch echt klasse. Die Sonne ballerte, und wir ruderten
jeder eine kleine Runde auf dem Mittelmeer .... vom Liegeplatz zur
Eisdiele und zurück mit Schwimmpause .... es wurde Uno und Fussball
gespielt, manch sahen auch die Zweitinterpretation von GZSZ an , die
sich am Strand zutrug ... es war königlich. Im Sonnenuntergang
luden wir die Lahn wieder auf und tippelten zu den Restaurants die
sich an der Küste entlang aufreihten. Erst tappten wir in eine
Touriefalle, die zu dumm war, die Küche anzuschmeißen.
Deswegen gings nach einer Runde Getränke in ein richtiges
Restaurant, wo der Laden lief .... bei überbackenen Muscheln
und französischem Käse läst sich eben besser Schmatzen
als zu Bürger und Pommes! Satt und zufrieden steuerten wir wieder
den Campingplatz in Arles an. Gute Nacht!
Samstag 3.09., Abreisetag - Schnell waren Zelte und Tonnen
routienemäßig abgeschlagen und verstaut und es ging's auch
ohne nennenswerte Verzögerungen los, nachdem der Gardena-Benzin-Schlauch
gegen einen vernünftigen Benzinschlauch ausgetauscht wurde. Während
der Fahrt zerdepperte Marvin dann per Handkantenschlag Holles Windschutzscheibe,
als er einen Mosquito erlegte. Beim Supermark deckten sich alle mit
Proviant und mit Mitbringseln für Eltern und sich selber ein,
meistens so einfallslose Sachen, wie Wein, Bier und Pastis. Dann rollten
wir an und kamen auch recht gut voran, bis Holle rechts auf den Standstreifen
rollte und feststellen musste, dass seinem Passat zwei Radschrauben
vorne links abgerissen waren .... die ganze Aktion hat uns dann in
etwa fünf bis sechs Stunden gekostet. Und zwar folgendes: Zunächst
ein Telefonat nach Deutschland in die ADACPlus-Zentrale wo man uns
sagte, erst müsste eine französische Werkstatt ein Gutachten
erstellen um
festzustellen welche Leistungen uns zustünden. Also per Notrufsäule
den französischen Abschleppdienst geordert, der Holles Gespann
dann von Lyon-Ost wieder zwanzig Kilometer nach Nîmes zurück
schleppte. Währenddessen brachte Ralf Robbie, Amael, Christian
und mich zum nächsten Rastplatz und stellte dort den Bootshänger
ab. Anschließend fuhr er zu den anderen zurück. Da die
Werkstatt in Frankreich erst in einer Woche hätte reparieren
können, wurden Watz und die anderen in der Zwischenzeit selber
aktiv. Mit einer Bohrmaschine und einem Bohrer den Ralf in einem Baumarkt
erstanden hatte bohrte man die Bolzen aus der Radaufnahme heraus und
schraubte das Rad mit den Schrauben aus den Hinterrädern wieder
an, die Hinterradschrauben wurden durch verschiedene Modelle aus dem
Sammelsurium eines hilfsbereiten Franzosen aufgefüllt .... die
Bohrmaschine brachte Ralf später als unbenutzt wieder zum Baumarkt
zurück ...genial ... André hatte inzwischen beim ADAC
einen Mietwagen erkämpft der aber in Lyon am Bahnhof abgeholt
werden musste .... also fuhr Ralf André, Marvin und Connie
zum Flughafen und kehrte später erst wieder zum Rastplatz zurück,
um uns wieder einzusammeln. Dort war es uns gut ergangen. Wir tranken
einen Kaffee nach dem anderen, und gingen nach einigen Telefonaten
mit dem Krisenstab durchs Dorf, fanden einen Obsthändler, bei
dem Robbie einige Bananen führ uns erstand, und blocken Flirtversuche
von einem Kampfwalfisch ab ... außerdem trafen wir noch Deutsche
aus Dierdorf auf dem Rastplatz ..... dann gings endlich weiter
... und wie von Geisterhand geführt, trafen wir uns recht bald
auf der Autobahn alle wieder, nämlich beim Mitternachtsmahl auf
einem anderen Rasthof .... zu Brot mit Salami, Sandwichs, oder Salat,
die warme Küche war nämlich abgeschaltet .... nach einigen
Stunden Autobahn, steuerten wir in Trier um drei Uhr morgens den Burgerking
an und dinierten dort. Zwei Stunden Später kamen wir in Neuwied
an .... eine fantastische WaFa ging zu ende ...... nicht ganz! Sonntag
4.09., Booteputzen - Wir reinigten die Boote, sammelten unser Gepäck,
und tranken die letzten französischen Biere aus. Danach setzten
sich einige noch mit den Jungs und Mädels des Kölner Rudervereins
zusammen und grillten mit ihnen im Innenhof ein paar Steaks und Würstchen.
Dort erklärte André die WaFa offiziell für beendet
und es gab einen Dankesablauß. Danach verabschiedeten sich endgültig
die Letzten mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesichtern
Richtung heimisches Bett.
- Adrian -
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