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"Gruss aus Ungarn"
Anne Krumholz berichtet vom Studium in Budapest



 

Budapest, 20.02.2002


Ich wohne jetzt seit August 2001 in Budapest und soweit ich das beurteilen kann ist es eine sehr schöne Stadt. Viel habe ich aber noch nicht gesehen .

Das ganze Studium läuft hier so ab, dass wir einen theoretischen Teil haben mit Vorlesungen. Da sind alle Studenten anwesend (sollten sie sein) so zw. 100-120 müssten wir sein. Dieser Teil ist nicht anwesenheitspflichtig.
Dann haben wir so genannte Praktika, da besprechen wir Dinge, die wir nicht in den Vorlesungen machen und hantieren eben - wie der Name sagt - praktisch. Sie sind anwesenheitspflichtig und wenn man drei Mal fehlt, aus welchem Grund auch immer, kann man das Semester wiederholen .

In Anatomie heißt das sezieren an Leichen. In Chemie, Versuche und so weiter. Diese Praktika haben wir in Gruppen, so eine Art Klassen, die konnten wir uns aussuchen vor Beginn des Semesters oder sind halt einfach eingeteilt worden.
Die Größe der Gruppen ist verschieden . Von 14 - 18 Studenten . Das heißt, das wir z.B. in Anatomie mit zwei Leuten eine Hand präparieren können . Solche Möglichkeiten sind in Deutschland nicht gegeben.

Es ist ab und zu schwierig, die Professoren zu verstehen. Sie geben sich die größte Mühe, aber manchmal .... ist es schon ein Ratespiel, was gerade gemeint ist . Ob Masse oder Maße , und beides ergäbe einen Sinn.

Die Universität ist in ganz Pest verteilt. Das heißt die U-Bahn ist das Hauptverkehrsmittel oder Bus oder S-Bahn.
Normalerweise steht auf meinem Stundenplan Histologie, Biologie, Chemie, Physik, Anatomie und Ungarisch. Latein muss ich Gott sei dank nicht mehr machen.
So ist der Tag gut und gerne voll von morgens 8 bis Mittags 16-17.00 Uhr . Danach gehe ich meistens mit einer Freundin noch für 2-3 Stunden in die Bibliothek. Dann nach hause, essen, waschen, putzen oder aufräumen .
Dann noch mal gut vier Stunden lernen oder mehr, so dass einem gut und gerne nur fünf Stunden Schlaf bleiben.

Wir werden hier zweimal während dem Semester geprüft, sogenannte Demos, die müssen wir teilweise bestehen, teilweise nicht und am Ende des Semesters wartet ein Rigorosum oder ein Kolloquium, die bestanden werden müssen, wenn man ins nächste Semester will .

Das Lustige hier sind die Noten. In so ein Land wollten wir früher immer. Wenn wir ne fünf hatten, das ist hier nämlich eine eins, und umgekehrt.
Bisher läuft alles zufriedenstellend. Nur dass die Hierachien ganz anders sind. Der Prof. hat hier noch den Status, den die Profs bei uns vor fünfzig Jahren hatten. Was er /sie sagt ist Gesetz. Aber sie kümmern sich um dich, man sollte sie halt nur nicht kritisieren und trotzdem sind sie nett. Die machen einem schon sehr schnell klar wer der Herr im Haus ist .


Viele Grüße sendet Euch Anne


Anschrift: Anne Krumholz, 1052 Budapest Vàrosház u. 14 I / 2, Ungarn




Zur Person:

Anne Krumholz (19) spielt seit Ihrem 7. Lebensjahr Hockey bei der NRG. Später kam sie in die Auswahl und erreichte das Bundesfinale Jugend trainiert für Olympia. Nach dem Abitur schaltete sie einen Gang zurück und widmet sich nun vorrangig ihrem Studium.







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