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"Gruss aus Ungarn":
Anne
Krumholz berichtet vom Studium in Budapest

Ich
wohne jetzt seit August 2001 in Budapest und soweit ich das beurteilen
kann ist es eine sehr schöne Stadt. Viel habe ich aber noch nicht gesehen
.
Das ganze Studium läuft hier so ab, dass wir
einen theoretischen Teil haben mit Vorlesungen. Da sind alle Studenten
anwesend (sollten sie sein) so zw. 100-120 müssten wir sein. Dieser Teil
ist nicht anwesenheitspflichtig.
Dann haben wir so genannte Praktika, da besprechen wir Dinge, die wir
nicht in den Vorlesungen machen und hantieren eben - wie der Name sagt
- praktisch. Sie sind anwesenheitspflichtig und wenn man drei Mal fehlt,
aus welchem Grund auch immer, kann man das Semester wiederholen .
In Anatomie heißt das sezieren an Leichen. In Chemie, Versuche und so
weiter. Diese Praktika haben wir in Gruppen, so eine Art Klassen, die
konnten wir uns aussuchen vor Beginn des Semesters oder sind halt einfach
eingeteilt worden.
Die Größe der Gruppen ist verschieden . Von 14 - 18 Studenten . Das heißt,
das wir z.B. in Anatomie mit zwei Leuten eine Hand präparieren können
. Solche Möglichkeiten sind in Deutschland nicht gegeben.
Es ist ab und zu schwierig, die Professoren zu verstehen. Sie geben sich
die größte Mühe, aber manchmal .... ist es schon ein Ratespiel, was gerade
gemeint ist . Ob Masse oder Maße , und beides ergäbe einen Sinn.
Die Universität ist in ganz Pest verteilt. Das heißt die U-Bahn ist das
Hauptverkehrsmittel oder Bus oder S-Bahn.
Normalerweise steht auf meinem Stundenplan Histologie, Biologie, Chemie,
Physik, Anatomie und Ungarisch. Latein muss ich Gott sei dank nicht mehr
machen.
So ist der Tag gut und gerne voll von morgens 8 bis Mittags 16-17.00 Uhr
. Danach gehe ich meistens mit einer Freundin noch für 2-3 Stunden in
die Bibliothek. Dann nach hause, essen, waschen, putzen oder aufräumen
.
Dann noch mal gut vier Stunden lernen oder mehr, so dass einem gut und
gerne nur fünf Stunden Schlaf bleiben.
Wir werden hier zweimal während dem Semester geprüft, sogenannte Demos,
die müssen wir teilweise bestehen, teilweise nicht und am Ende des Semesters
wartet ein Rigorosum oder ein Kolloquium, die bestanden werden müssen,
wenn man ins nächste Semester will .
Das Lustige hier sind die Noten. In so ein Land wollten wir früher immer.
Wenn wir ne fünf hatten, das ist hier nämlich eine eins, und umgekehrt.
Bisher läuft alles zufriedenstellend. Nur dass die Hierachien ganz anders
sind. Der Prof. hat hier noch den Status, den die Profs bei uns vor fünfzig
Jahren hatten. Was er /sie sagt ist Gesetz. Aber sie kümmern sich um dich,
man sollte sie halt nur nicht kritisieren und trotzdem sind sie nett.
Die machen einem schon sehr schnell klar wer der Herr im Haus ist .
Viele Grüße sendet Euch Anne
Anschrift: Anne Krumholz, 1052 Budapest Vàrosház u. 14 I / 2, Ungarn
Telefon: 0036 1 3379370
Zur Person:
Anne
Krumholz (19) spielt seit Ihrem 7. Lebensjahr Hockey bei der NRG. Später
kam sie in die Auswahl und erreichte das Bundesfinale Jugend trainiert
für Olympia. Nach dem Abitur schaltete sie einen Gang zurück und
widmet sich nun vorrangig ihrem Studium.
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