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AH Wanderfahrt 2002
auf der Weser
(Bericht von Rolf Petry)
Zwanzig "Alte
Herren" hatten sich zur 18. AH Tour 2002 gemeldet. Das bewährte Organisationsteam
Albert Langert - Wolfgang Geiß hatte auch diesmal alles im Griff. Bootswart
Herbert Scheid entschied 2 Vierer und 2 Dreier jeweils mit Steuermann
werden verladen. Das ergibt 18 Bootsplätze. 2 Teilnehmer übernehmen den
Landdienst.
Der erste Tag, es war der 30. Mai, ging die Welt noch nicht unter, aber
wir hatten ein kleines Problem, als vor der Abfahrt 2 Abmeldungen die
Crew reduzierten. Das tat aber der Stimmung keinen Abbruch, und wir gingen
nach einem guten Frühstück im "Hotel am Kurpark" Karlshafen, unserem Standquartier,
bei Sonnenschein in Reinhardshagen in die Boote.
Obwohl die meisten von uns die Weser schon mehrmals befahren hatten, ist
es immer wieder eine Reise wert. Wenn man dem Handbuch für das Wanderrudern
folgen wollte, müsste man einen mehrwöchentlichen Urlaub einplanen. Bewaldete
Höhenrücken, unterbrochen von schroffen Felswänden, gewundene Flußläufe
und stille Dörfer bleiben dem Wanderruderer in unvergesslicher Erinnerung.
Zwischen Hann-Münden und Hameln gibt es keine Schleusen und entsprechend
groß ist die Fließgeschwindigkeit. Auf der ersten Etappe sind die Boote
voll besetzt, da der Landdienst mitrudert. Nach weniger als 2 Stunden
sind wir schon in Lippoldsberg, wo wir im Biergarten, des Gasthauses zum
Anker, die Mittagspause einlegen.
Da die Zeche aus der Fahrtenkasse bezahlt wird, sparen wir Zeit und gönnen
uns noch ein erholsames Mittagsschläfchen am Weserufer.
Bad Karlshafen erreichen wir in knapp zwei Stunden und holen die Boote
am Steg des Campingplatzes heraus. Diese Stege entdeckten wir in gewissen
Abständen immer wieder und sollten in allen Ländern zur Nachahmung empfohlen
werden.
Joh. Wilhelm bringt die Fahrer nach Reinhardshagen, um die Fahrzeuge und
den Transportwagen zu holen.
Pünktlich zum Abendessen kommt auch Albert von einer Dienstreise zu uns,
womit die Crew vollzählig ist. Bei gutem Wein zum Spargel ließen wir den
Abend ausklingen.
Der zweite Tag, am 31.05. folgten wir haargenau den Anweisungen der Fahrtenleitung:
9:45 an die Boote (aber ganz langsam!) Das fiel uns auch nicht schwer.
Die Obleute Werner Eickhoff in der Königsberg, Jochen Rauwolf in der Raiffeisen,
Herbert Scheid in der Lahn und Rolf Petry in der Moldau sammelten ihre
Mannschaften und gegen ½ 11 schwammen alle Boote, allerdings mit dem Handicap,
daß die Vierer unterbesetzt fahren mussten, denn zwei Mann mussten den
Landdienst übernehmen. Das war auch wichtig, weil in Boffzen, bei Km 65,7
zur Mittagszeit ein Picknick vorgesehen war.
Beim Herausnehmen der Boote versank Werner bis zu den Knien im Morast,
weil einige sich schon gierig auf das Buffet stürzten, statt mit anzupacken.
Er schimpfte zu recht wie ein Rohrspatz. Aber beim Schmaus der Leckereien
war aller Ärger wieder vergangen. Hier eine kleine, gutgemeinte Anmerkung
des Autors: 2 Km weiter befindet sich in Höxter eine wunderbare Pritsche,
wo man bequem die Boote hätte herausnehmen können.
Die restlichen 15 Km schafften wir locker bis Holzminden, wo der Landdienst
uns schon erwartete. Laut einer Umfrage waren alle zufrieden, zumal das
Wetter mitspielte. Besonders Wolfgang Böhm der als Neuling die erste Wanderfahrt
seines Lebens machte.
Erwähnenswert ist, daß wir in Uli Vielmut, einen Profi Kameramann dabei
haben, der alles im Film festhält. Auf das Ergebnis darf man gespannt
sein. Walter Messerschmitt und Franklin Fleischhauer sind wie immer die
eifrigen Fotografen und sorgen für manchen gelungenen Schnappschuss.
Lobenswert finde ich, daß sich Schorsch Jungblut, Walter Schmitt, Hans
Faber und Walter Rohde für die nächste Wanderfahrt auf der Mosel 2 Wochen
später auch angemeldet haben. Sollten sie vielleicht die Absicht haben
das DRV Fahrtenabzeichen zu erwerben? Schön wärs.
Sitzprobleme hatte nur Wenige, aber die versprachen in Zukunft öfter aufs
Wasser zu gehen, nicht wahr Charly und Müffi? Jochen Wolter dagegen, als
alter Rennruderer hat damit keine Probleme. Er beschwerte sich nur, daß
der Rollsitz auf Nr. 1 in der Moldau rumpelte. Der Schaden ist aber inzwischen
behoben.
Auf der Rückfahrt zum Hotel legen wir in Fürstenberg in einem Biergarten,
mit herrlichem Blick auf das Wesertal eine Trinkpause ein. Da die Etappenziele
schneller als vorausgesehen erreicht wurden, beschließen wir Abends im
Hotel, die beiden nächsten Etappen zusammenzulegen, damit wir den letzten
Tag zu einer Besichtigung des Klosters Corvey benutzen können. Das schaffen
wir auch mühelos.
Beim Ruderverein Weser in Hameln sind die Boote schnell abgeriggert und
verladen, da alle tatkräftig anpacken. Wolfgang Geiß hat im benachbarten
Angelverein eine prima Gaststätte ausfindig gemacht, wo wir ein preiswertes
Essen bekommen. Bei dieser Gelegenheit trinken wir ein frisches Weizenbier,
das uns der zu Hause gebliebene kranke Helmut Börder spendierte. Die Dankesworte
und das Hipp Hipp Hurra konnte er dank Handy mithören.
Wir dachten auch an Günter Steinbrecher, der wegen seiner verunglückten
Frau an der Fahrt nicht teilnehmen konnte.
Am Sonntag ging die Heimfahrt nach einer interessanten Führung im Kloster
Corvey zunächst mit einer Umleitung, wegen einer Weser - Total für Fahrräder
Veranstaltung und den obligatorischen Staus auf der Autobahn mit einem
Absacker Bier im Bootshaus bei Jürgen Velten zu Ende.
Alle wollen im kommenden Jahr wieder dabei sein.
Rolf Petry
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