Der 6. Mai
brachte weder das erwartete Kaiserwetter noch die verdiente Teilnehmerzahl.
Sind die NRG-er alle ruderfaul geworden ?
Nur eine handvoll "Blauhemden" traute sich an diesem Tag auf Wasser
und verpaßte damit ein lustiges Eintopfessen mit Getränken an
Biertischen am romantischen Kaltenengerser Rheinufer. Die Stimmung war jedenfalls
super !
Der NRG-Dank gilt wieder einmal den Eltern von Christian Geisler, die tatkräftig
vor Ort mitgeholfen haben.
Kurz vor der traditionellen Auffahrt gelang es allerdings einem NRG-Zweier
noch zum "Starboot" der Veranstaltung zu avancieren.
Eine Motoryacht trieb mit Motorschaden bei Stromkilometer 605,5 manövrierunfähig
in der Fahrwasserrinne und drohte in wenigen Minuten mit zwei bergfahrenden
Frachtschiffen zu kollidieren. Der NRG-Zweier eilte zu Hilfe.
Frau und Tocher des Skippers wollten angesichts der nahenden Katastrophe
an Bord des Ruder-Bootes umsiedeln. Der Freizeitkapitän war der Lage
nicht mehr gewachsen.
Die NRG-Crew zeigte sich jedoch besonnen, lehnte das "Frauen-Angebot"
ab, schnappte sich die Bugleine der Yacht und legte sich in die "Riemen"
um den tonnenschweren Koloss aus dem Gefahrenbereich zu ziehen.
Meter um Meter zog der Zweier das Schiff in Richtung Ufer. Die Leine spannte
sich bedrohlich, die Quervertrebung des Bootes ächzte aber die Mannschaft
gab ihr bestes.
Fast wäre sogar das Kabinettstückchen gelungen, das Schiff in
den Yachthafen zu ziehen wo die wartende Ruderbootflotte mit Gejohle dem
merkwürdigen "Gespann" draußen auf dem Strom beiwohnte.
Es gelang aber die sichere "Landung" im Neuwieder Stromarm, wo
die Wasserschutzpolizei den unglücklichen Havaristen nach 1,5 Kilometern
NRG-Manövrierhilfe an den Haken nehmen konnte.
Ein richtiges Dankeschön hat die Besatzung der "Wandervogel"
bis heute nicht erhalten.
So bleibt nur die Hoffnung, daß die Yacht vielleicht aus Anerkennung
und als Gegenleistung an Pfingsten ein Stückchen auf der Lahn zieht
(zum Beispiel von Weilburg nach Neuwied, oder ein Stückchen weiter
...)
Trauriger Nachtrag: Nur 24 Stunden später ereignete
sich tatsächlichauf dem Main in Frankfurt eine Kollision zwischen einer
Yacht und einem Frachtschiff, bei dem die beiden Besatzungsmitglieder der
Yacht ums Leben kamen. Der Frachter hatte das Boot gerammt, versenkt und
in drei Meter Tiefe unter dem vorderen Drittel des Frachtschiffes und dem
Grund des Mains eingekeilt
(Quelle: Rheinzeitung vom 9. Mai 2001)
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