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AH Wanderfahrt 2001
auf der Mosel



 

Neuwied, 23.06.2001

Die Alten Herren des so genannten Frühstücksvierers wollten aus Altersgründen (Durchschnitt ca. 70 Jahre) im Jahre 2000 keine Wanderfahrt mehr machen. Seit 30 Jahren haben sie fast alle Gewässer Deutschlands durchrudert. Auch Frankreich, Holland und die Schweiz zählten zu ihren Lieblingsgewässern. Das Besondere an ihren Fahrten war, daß grundsätzlich immer gezeltet werden musste.

Die erste große Ausnahme bildete 1997 eine Wanderfahrt auf der Themse von Lechlade bis London. Hier war man mit Hotelquartieren einverstanden. Für mich war das der Anlass wieder mitzufahren. In den folgenden Jahren waren Mosel und Weser wieder an der Reihe. Die Quartierfrage wurde diesmal mit Wohnwagen gelöst. Das war zwar ein akzeptabler Kompromiss aber bei Standortwechsel mussten immer 3 Wohnwagen und der Hänger bewegt werden, was mitunter sehr umständlich und zeitraubend war.


Mein Vorschlag, 2000 mal eine Wanderfahrt mit einer Barke durchzuführen, stieß auf Ablehnung. Ich konnte aber die betagten Herren, ich zählte zu den ältesten, zu einer 4 tägigen Wanderfahrt auf der Mosel mit Hotelquartieren bewegen. Nach dieser Wanderfahrt waren alle so begeistert, daß sie spontan die gleiche Wanderfahrt 2001 wiederholen wollten.

Ich machte mich also bei Zeiten an die Arbeit. Als Streckenplan wählte ich den schönsten Teil der Mosel von Neumagen nach Treis. Obwohl fast alle Rentner sind, war es schwierig einen geeigneten Termin zu finden. Als Standquartiere machte ich Hotels in Neumagen und Senhals fest. Um allen Wünschen gerecht zu werden, gehörten auch noch 2 Wohnwagen zu dem Konvoi, die auf den Campingplätzen von Neumagen und Senheim, wo auch unsere Hotelquartiere waren, stationiert wurden.

Bei Meldeschluß zählte die Truppe 11 Mann. Als Boote waren zunächst ein Vierer und ein Dreier vorgesehen. Leider mussten Hans Faber und Wilfried Fettelschoß wegen Krankheit ihre Anmeldung zurückziehen. Der Dreier "Moldau" und der Zweier "Kolibri" lagen schon am 22.Juni Mittags auf dem Hänger, so daß wir Abends noch das Gründungsfest der NRG mitfeiern konnten.



Die Fahrt begann am Morgen des 23. Juni mit einem hervorragenden Frühstück bei Jürgen Velten, zu dem sich noch Walter Messerschmitt und Hans Faber gesellten. Schorsch Jungblut und Helmut Börder hatten Franz Löhr vorher schon in Ehrenbreitstein abgeholt.

Bei Superwetter starteten wir dann gegen 9 Uhr. Über die A 48 ging es bis zur Abfahrt Salmtal und weiter in Serpentinen abwärts ins Moseltal nach Piesport. Es war eine Augenweite bei glasklarer Weitsicht das Moseltal mit seinen unendlich erscheinenden Weinbergen zu betrachten.

Im Yachthafen von Neumagen waren die Boote schnell abgeladen. Auf dem benachbarten Campingplatz begrüßten uns anschließend die beiden Wohnwagenfahrer Johann Wilhelm Gaddum und Heinz Benzenberg mit Sekt. Nach dem üblichen Palaver entschlossen wir uns die Boote zu Wasser zu bringen und die 19 Km bis Mülheim zu rudern. Die Mosel war spiegelglatt, denn die Schiffahrt war wegen der Schleusenreparaturen gesperrt. An der Bootsschleuse Wintrich brachte uns der Landdienst Richard Lang und Heinz Benzenberg Brot, Fleischwurst und Mineralwasser. Am Campingplatz Mülheim holten wir die Boote problemlos aus dem Wasser und lagerten sie am Ufer. Mit Dem Vereinsbus ging es dann zurück nach Neumagen, wo Heinz schon den Grill angeworfen hatte. Steaks und Würstchen schmeckten hervorragend und Heinz schmunzelte zufrieden. In der Nacht schlief ich sehr schlecht und hatte das Gefühl als ob sich Fleischwurst und Steak ein Duell lieferten, wozu der Sekt beide noch anfeuerten. Der wunderschöne Morgen versöhnte mich aber bald. Zur Abwechslung stieg Richard mal ins Boot und ruderte nach Jahren noch mal 10 bis 12 Kilometer. Wir konnten sogar Heinz dazu bewegen sich noch mal ans Steuer zu setzen, wozu er nach langem zögern bereit war. Es hat ihm sogar Spaß gemacht, besonders, weil das Ein und Aussteigen in der "Moldau" so bequem war. Es waren nur wenige Rialos, die ab und zu für leichten Wellengang sorgten. Vorbei an Bernkastel erreichten wir bald die Bootsschleuse Zeltingen und holten die Boote beim Ruderverein heraus, um im von früheren Fahrten bekannten Restaurant Moselblick zu Mittag zu essen. In Traben Trabach erwartete uns der Landdienst. Mit dem mitgeführten Bootswägelchen war es kein Problem die Boote an sicherer Stelle zu transportieren. Den letzten Abend in Neumagen genossen wir bei einem guten Essen im Hotel zur Post, wo wir auch unser Quartier hatten.


Am folgenden Tag zog die ganze Karawane ins nächste Quartiert nach Senhals. Im Hotel Halfenstube, das uns von früheren Wanderfahrten bekannt ist, zogen wir für die nächsten 2 Nächte ein. Die beiden Wohnwagen fanden auf dem Campingplatz am Hafen von Senhein eine schönen Platz.

Wegen des zeitraubenden Umzuges war die nächste Etappe nur bis Zell. Hier herrschte ein reger Ruderbetrieb und wir mußten uns beeilen, damit wir die an und ablegenden Boote nicht behinderten. Den Abend verbrachten wir bei den Wohnwagen. Auf Vorschlag von Heinz gab es einen Rotweinabend mit allerlei Käse. Um 10 Uhr gingen wir zu Fuß über die Brücke in unser Hotel. Kalle Müller hielt noch etwas länger aus.

Die 4. Etappe brachte uns nach Senheim. Das Wetter war wieder vom feinsten, jedoch kündigte der Wetterbericht für den nächsten Tag starke Gewitter an. Deshalb holten wir die Boote noch nicht aus dem Wasser, weil wir überlegten, am Abend noch bis Beilstein zu rudern, damit die letzte Etappe am Mittwoch nur noch 20 Km betrug. Mit Gewittern rechneten wir erst am Nachmittag. Nach einer ausgedehnten Pause begaben wir uns wieder aufs Wasser und holten nach einer knappen Stunde die Boote an der Fähre in Poltersdorf heraus. Hier bewährte sich wieder das Bootswägelchen beim Transport zum 100 m entfernten Campingplatz.

Bei der Rückkehr zum Hotel hatten wir Besuch. Mein Bruder, der aus gesundheitlichen Gründen die Fahrt nicht mitmachen konnte und Hans Faber, der vom Arzt noch Ruderverbot hatte, wollten den Abend mit uns feiern. Auf der Terrasse am Moselufer verbrachten wir in harmonischer Stimmung bei einem guten Essen den Abend.

Das Frühstück am nächsten Morgen bestellten wir uns schon für ½ 8 damit wir bei Zeiten auf dem Wasser sein konnten. Leider setzte schon bald das erste Gewitter ein und wir beschlossen die Fahrt abzubrechen.
In Poltersdorf waren die Boote schnell verladen und es ging heimwärts. Die Boote waren schnell gereinigt und wieder in der Halle.

In absehbarer Zeit werden wir uns alle zusammen finden und beim betrachten der Fotos Erinnerungen wach rufen und vielleicht wieder Pläne machen.

Wer weiß?




Bericht: Rolf Petry




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