Nachruf und sonstiges von Sepp
Schmitt.
(von Rolf Petry)
Unser Ehrenmitglied Josef Schmitt starb kurz vor seinem
100. Geburtstag
am 4.Mai 2000.
Schon 1921 trat der im Saarland geborene in die
Neuwieder-Ruder-Gesellschaft
ein. Er erlebte Höhen und Tiefen der NRG, besonders in
den Wirren der Nachkriegszeit, wo das schon stark
beschädigte Bootshaus und die Boote durch Plünderer und
Besatzung zum Opfer fielen.
Er war viele Jahre Vorstandsmitglied als Haus und
Wirtschaftswart und dabei maßgeblich am großen
Erweiterungsbau aus Anlass des 75. Vereinsjubiläums
beteiligt. Die neue Terrasse nannte man nach ihm und
seinem Bruder Bernhard, der zu der Zeit Schatzmeister der
NRG war, liebevoll "Schmittenhöhe".
Er hatte auch stets ein Herz für die Jugend und brachte,
als wir noch Regatten besuchten, die Rennmannschaften
oder Schlachtenbummler zum Regattaplatz. Als Mitglied des
Ältestenrates erfreute er sich bei alt und jung der
größten Wertschätzung.
Als er 1980 achtzig Jahre alt wurde, war ich Vorsitzender
der NRG und ich fragte, ihn was ich ihm für eine Freude
machen könnte. Als er nicht gleich wußte, was er
antworten sollte, bot ich ihm an, mit mir einen Flug
über seine Heimat zu machen. Damit war er sofort
einverstanden.
So starteten wir dann bei herrlichem Wetter in Richtung
Saargebiet. Über Sulzbach, seinem Geburtsort kreisten
wir eine Weile. Er fand sich hervorragend zurecht und
zeigte mir sein Geburtshaus. Nach einigen Vollkreisen
flog ich dann zunächst zum Flugplatz Neumagen, auf der
Moselhöhe. Hier kauften wir von den Fliegern, die alle
Winzer sind ein paar Flaschen Wein, um danach unseren
Flug zum Flugplatz Dahlemer Binz, in der hohen Eifel
fortzusetzen.
Hier tranken wir gemütlich Kaffee. Sepp wollte gern mal
den Kölner Dom von oben sehen. Kein Problem, sagte ich
und eine viertel Stunde später kreisten wir über Köln.
Er war begeistert und meinte jetzt sei es sicher genug,
denn
es würde sonst zu teuer für mich. Bevor wir aber zum
Flugplatz zurück flogen sahen wir uns noch Neuwied von
oben an und besonders das Bootshaus und sein eigenes
Haus.
Nach der Landung meinte er, ich hätte ihm kein
schöneres Geburtstagsgeschenk machen können.
Als er bereits 97
Jahre alt war, erfuhr er, daß ich ein Ruderboot selbst bauen würde.
Das wollte er sich unbedingt einmal ansehen.
So stand er eines Tages vor meiner Haustür mit einer
Flasche Wein unter dem Arm. Ich will das Boot sehen,
sagte er nur.
Er hatte den ganzen Weg zu Fuß zurückgelegt. Das waren
gut und gerne 2 Kilometer. Er bestaunte mein Boot und
gratulierte mir zu diesem Erfolg.
Den Heimweg machte er aber nicht mehr zu Fuß. Ich zog es
vor ihn mit dem Auto nach Hause zu fahren.
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