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16. AH Wanderfahrt
Im Jahr 2000 ging es an die Saale



 

Neuwied, 25.06.2000


Einsetzen der Boote am Campingplatz in Naumburg.Die beiden Fahrtleiter Albert Langert und Wolfgang Geiß haben sich mit der Ausarbeitung dieser Wanderfahrt besonders verdient gemacht.
Die räumliche Entfernung zu dem für uns alle Neuwasser verlangte eine sorgfältige Vorbereitung. Das Standquartier im gepflegten Parkhotel Buchta in Bad Dürrenberg war schon ein Volltreffer. Preiswert mit einem freundlichen und guten Service.

Dort trafen wir alle am Mittwoch dem 21.06.2000 ein. Die drei Doppelvierer haben die lange Anfahrt gut überstanden und wurden noch am gleichen Abend beim Camping Platz Blütengrund in Naumburg aufgeriggert, so daß wir am Donnerstag schon um 9:00 Uhr auf dem Wasser sein konnten.

Den Landdienst übernahmen Albert und Wolfgang, inklusive den Transfer aller Autos ins Hotel nach Bad Dürrenberg.
Er versorgte uns mit reichlich Mineralwasser, daß wir wegen der großen Hitze gut gebrauchen konnten.
Die Saale ist in diesem Bereich leicht verschmutzt und die Strömung minimal. Die Uferlandschaft ist lieblich mit Hügeln, an deren Südhängen einzelne Weinberge zu erkennen sind. Die vielen Kurven erinnern uns ein wenig an die Themse oberhalb Oxford.

Einsetzen der Boote am Campingplatz in Naumburg.Als angenehm empfinden wir es, daß kein Motor getriebenes Boot unsere Fahrt stört. Besondere Aufmerksamkeit erfordern allerdings die wenigen Gierfähren auf unserem Weg. Die Schleusen sind alle in Ordnung und haben meist schräge Wände.

An der Schleuse Oeblitz ist eine kleine Kneipe, wo wir im Schatten einige Getränke zu uns nehmen. Dadurch kommen wir erst nach 12 Uhr an der Schleuse Beutnitz an. Per Handy gelingt es uns aber den Schleusenmeister von seiner Mittagspause zu holen, und der freundliche Mann kommt mit dem Fahrrad an, denn er bedient auch die nächste, die Schleuse Brückenmühle.
Mittagsrast ist, wie vorgesehen, in Weisenfels im Café Saaleblick vor der Schleuse Herrenmühle. Während wir da sitzen, fährt eine Barke an uns vorbei, die wir mit hallo begrüßen.
Nach der Mittagsrast passieren wir die Schleuse Herrenmühle, die letzte fär den heutigen Tag. In der Schleusung vor uns befinden sich noch die Barkenfahrer, sie sind aus Scharnebeck. Auf der halben Strecke zu unserem Tagesziel fahren wir an ihnen vorbei, wo sie die Barke fest gemacht haben.

In Bad Dürrenberg landen wir beim Kanu Club an und nehmen die Boote aus dem Wasser. Albert und Wolfgang sind zur Stelle und bringen uns ins Hotel.
Im Ort ist ein großes Volksfest, das Brunnenfest, mit allerlei Kirmesattraktionen, Buden und Musik. Der Anlass ist die Reaktivierung des Brunnens, der die Salinen mit Wasser versorgt.

Wir machen uns aber zu einer Besichtigungsfahrt nach Leipzig fertig. Mit einem gecharterten Bus und Stadtfährerin besichtigen wir unter Anderem das neue Messegelände, das Völkerschlacht Denkmal, neues Rathaus und vieles mehr. In der Innenstadt geht die Führung zu Fuß weiter. Es ist schon sehr spät, als wir im Thüringer Hof zum Abendessen ankommen. Wolfgang spendiert eine Runde weil er heute Geburtstag hat. Wir bedanken uns mit einem kleinen Ständchen. Danach bringt uns der Bus wieder zurück nach Bad Dürrenberg in unser Hotel.


Freitag, 23.06.2000

Die Schleusen haben meist schräge Wände.Frühstück ist erst um 8 Uhr, denn wir haben heute keinen weiten Weg zu den Booten. Es gibt beim Kanu Club mehrere Stege, so daß die Boote schnell im Wasser sind. Nach der Schleuse kommen kurz hintereinander 2 Brücken. Unter der zweiten, einer Eisenbahnbrücke, hat die Saale eine Wasserstufe von ca. 40 cm, was eine schnelle Trift verursacht. Es bedeutet aber kein besonderes Hindernis.
Bis zur Mittagspause in Merseburg sind es nur 12 Km und zwei Schleusen. Vorbei an Leuna am linken Ufer erreichen wir bald die Schleuse Rischmähle. Knapp 2 Km weiter biegen wir rechts in den Schleusenkanal Meuschau ein. Wir befinden uns mitten im Stadtgebiet von Merseburg und haben einen schönen Blick auf den Dom mit dem Schloß hoch äber der Saale. Am Ortsausgang von Merseburg liegt am linken Ufer die Pritsche der dortigen Rudergesellschaft.
Hier hat sich der Landdienst was besonderes einfallen lassen. Die Boote haben wir hinter der Pritsche fest gemacht, damit Die Barke, die sich auch auf dem Weg nach hier befindet, anlegen kann. Der Landdienst stellte Tische und Stähle auf, die uns die Freunde von der Merseburger Rudergesellschaft zur Verfügung stellten. Wenig später kam der Wagen unseres Hotels und brachte uns ein hervorragendes Mittagessen mit Suppe, warmen Leberkäse und belegten Brötchen. Der Gipfel war ein Fass Bier, was sofort angezapft wurde.
Wir kamen uns vor wie im Schlaraffenland, doch plötzlich zogen dunkle Regenwolken auf und warfen einen Schatten auf die reichlich gedeckten Tische. Der Zufall wollte es aber, daß die hiesigen Ruderfreunde ein Fest vorbereitet hatten, zu dem sie ein großes Zelt aufbauten. Bevor die ersten Regentropfen fielen, hatten wir alle Kostbarkeiten unter Dach und Fach gebracht und der Schmaus konnte ungehindert fortgesetzt werden. Es war so reichlich, daß auch der Landdienst der Barke noch daran teilnehmen konnte. Das Fass mit dem Bier schafften wir jedoch nicht.
Einige gönnten sich danach einen ausgedehnten Mittagsschlaf. Als es aufhörte zu regnen gingen wir wieder aufs Wasser, gerade in dem Moment als die Barke der Freunde aus Scharnebeck am Horizont erschien.

Was uns auffiel, es gab nur wenig Wasservögel zu sehen. Ein paar Enten, zum Teil mit ihren Küken, wenige Reiher, auf der Suche nach einer Mahlzeit und hier und da ein Schwanenpaar, daß mit typischer Drohgebärde ihre Jungen schützte. Dafär sahen wir aber immer wieder Milane, oft im Luftkampf mit Krähen, die meist als Sieger blieben.

Als wir uns Halle näherten, kamen uns eine Menge Ruderboote entgegen. Es waren meist Schüler, die wohl für die nächste Regatta trainierten. Das erschwerte etwas das Herausnehmen unserer Boote. Auf der Terrasse des schönen Bootshauses warteten wir bei erfrischenden Getränken, die freundlicher Weise Johann Wilhelm spendierte, auf unseren Landdienst, Albert und Wolfgang. Sie brachten es immer wieder fertig 3 Fahrzeuge zu bewegen, damit am Etappenziel genügend Sitzplätze für die Ruderer vorhanden waren.

Es ging dann wieder zurück nach Bad Dürrenberg in unser Parkhotel. Zum gemeinsamen Abendessen trafen wir uns im Hotel ;Altes Badehaus". Wir saßen zunächst auf der Terrasse vor dem Haus. Es war uns aber bald zu kalt, und wir ließen uns das Essen im Gastraum servieren.

Auf dem Heimweg bahnten wir uns einen Weg durch die Menschenmenge, die das Volksfest noch in Scharen bevölkerte.


Samstag, 24.06.2000

Am Ziel angekommen.Der Himmel war bedeckt und die Temperaturen deutlich niedriger als an den Vortagen. Als wir in Halle ankamen fing es auch schon an zu nieseln. Bis zur Schleuse Böllberg sind es nur 400 m. Danach kommen eine Reihe von Brücken, die uns ein wenig Schutz vor den Regen spendeten. Am Ufer lagen die ersten Fahrgastschiffe, die einzigen, die wir auf der ganzen Fahrt zu sehen bekamen.

Auf den nächste 4 Km passierten wir die Schleusen Stadt Halle, Gimnitz und Trotha , eine Fangschleuse. Bei entsprechend niedrigem Wasserstand kann hier im Unterwasser ein Tor geschlossen werden um den Wasserspiegel anzuheben.
An der Wagefähre Brachwitz mussten einige an Land zur Verklappung von Dünnsäure. Per Handy versuchten wir den Landdienst nach hier zu ordern, bekamen aber keine Verbindung.

So ging es dann weiter trotz Nässe und Kälte bis Wettin, wo wir im Gasthaus "Meyers Stuben" Wärme tanken konnten. Beeindruckend erkennt man hoch über dem Saaleufer die riesige Burganlage aus dem 10. Jahrhundert.

Ende gut, alles gut, denn die letzten 15 Km bis Könnern ruderten wir mit trockenen Sachen und ohne Regen. Der Landdienst empfing uns hier mit dem Faß Bier vom Vortag.
Das Herausnehmen der Boote unter der Brücke war nicht ganz einfach, aber da alle mit anpackten ging es einigermaßen. Abriggern und aufladen war Routine Sache.

Beim gemeinsamen Abendessen in unserem Hotel wurde noch viel über die wunderschöne Fahrt diskutiert, wobei den Fahrtleitern Albert und Wolfgang für die hervorragende Organisation herzlich gedankt wurde.




Auf der Treppe zur Saale in Merseburg.Bevor wir aber am folgenden Tag die Heimreise antraten, war noch eine Stadtbesichtigung von Merseburg vorgesehen, bei der wir den Dom mit dem daran angrenzenden Innenhof des restaurierten Schlosses und den schönen Schlossgarten sahen. Es fehlte nicht die Erinnerung an das sagenhafte Abhandenkommen eines Ringes durch einen Raben und die Merseburger Zauberspräche.

Die steile Treppe runter zur Saalebräcke fährte uns zum Abschluß noch in die Neumarktkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Die lange Heimfahrt ging leider nicht ohne den obligatorischen Stau.




Die 17. AH Wanderfahrt 2001 soll auf die Maas gehen.
Die Vorbereitungen sind schon im Gange.






Bericht: Rolf Petry




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