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16.
AH Wanderfahrt 2000 an die Saale
Die beiden Fahrtleiter
Albert Langert und Wolfgang Geiß haben sich mit
der Ausarbeitung dieser Wanderfahrt besonders verdient gemacht.
Die räumliche Entfernung zu dem für uns alle Neuwasser verlangte
eine sorgfältige Vorbereitung. Das Standquartier im gepflegten Parkhotel
Buchta in Bad Dürrenberg war schon ein Volltreffer.
Preiswert mit einem freundlichen und guten Service.
Dort trafen wir alle am Mittwoch dem 21.06. ein. Die drei Doppelvierer
haben die lange Anfahrt gut überstanden und wurden noch am gleichen
Abend beim Camping Platz Blütengrund in Naumburg
aufgeriggert, so daß wir am Donnerstag schon um 9:00 Uhr auf dem
Wasser sein konnten.
Den Landdienst übernahmen
Albert und Wolfgang, inklusive den Transfer aller Autos ins Hotel nach
Bad Dürrenberg.
Er versorgte uns mit reichlich Mineralwasser, daß wir wegen der
großen Hitze gut gebrauchen konnten.
Die Saale ist in diesem Bereich leicht verschmutzt und die Strömung
minimal. Die Uferlandschaft ist lieblich mit Hügeln, an deren Südhängen einzelne Weinberge zu erkennen
sind. Die vielen Kurven erinnern uns ein wenig an die Themse oberhalb
Oxford.
Als angenehm empfinden wir es, daß kein Motor getriebenes Boot unsere
Fahrt stört. Besondere Aufmerksamkeit erfordern allerdings die wenigen
Gierfähren auf unserem Weg. Die Schleusen sind alle in Ordnung und
haben meist schräge Wände.
An der Schleuse Oeblitz ist eine kleine Kneipe, wo wir im Schatten einige
Getränke zu uns nehmen. Dadurch kommen wir erst nach 12 Uhr an der
Schleuse Beutnitz an. Per Handy gelingt es uns aber den Schleusenmeister
von seiner Mittagspause zu holen, und der freundliche Mann kommt mit dem
Fahrrad an, denn er bedient auch die nächste, die Schleuse Brückenmühle.
Mittagsrast ist, wie vorgesehen, in Weisenfels im Café Saaleblick
vor der Schleuse Herrenmühle. Während wir da sitzen, fährt
eine Barke an uns vorbei, die wir mit hallo begrüßen.
Nach der Mittagsrast passieren wir die Schleuse Herrenmühle, die
letzte fär den heutigen Tag. In der Schleusung vor uns befinden sich
noch die Barkenfahrer, sie sind aus Scharnebeck. Auf der halben Strecke
zu unserem Tagesziel fahren wir an ihnen vorbei, wo sie die Barke fest
gemacht haben.
In Bad Dürrenberg landen wir beim Kanu Club an und
nehmen die Boote aus dem Wasser. Albert und Wolfgang sind zur Stelle und
bringen uns ins Hotel.
Im Ort ist ein großes Volksfest, das Brunnenfest, mit allerlei Kirmesattraktionen,
Buden und Musik. Der Anlass ist die Reaktivierung des Brunnens, der die
Salinen mit Wasser versorgt.
Wir machen uns aber zu einer Besichtigungsfahrt nach Leipzig
fertig. Mit einem gecharterten Bus und Stadtfährerin besichtigen
wir unter Anderem das neue Messegelände, das Völkerschlacht
Denkmal, neues Rathaus und vieles mehr. In der Innenstadt geht die Führung
zu Fuß weiter. Es ist schon sehr spät, als wir im Thüringer
Hof zum Abendessen ankommen. Wolfgang spendiert eine Runde weil er heute
Geburtstag hat. Wir bedanken uns mit einem kleinen Ständchen. Danach
bringt uns der Bus wieder zurück nach Bad Dürrenberg in unser
Hotel.
Freitag, 23.06.

Frühstück ist erst um 8 Uhr, denn wir haben heute keinen weiten
Weg zu den Booten. Es gibt beim Kanu Club mehrere Stege, so daß
die Boote schnell im Wasser sind. Nach der Schleuse kommen kurz hintereinander
2 Brücken. Unter der zweiten, einer Eisenbahnbrücke, hat die
Saale eine Wasserstufe von ca. 40 cm, was eine schnelle Trift verursacht.
Es bedeutet aber kein besonderes Hindernis.
Bis zur Mittagspause in Merseburg sind es nur 12 Km und zwei Schleusen.
Vorbei an Leuna am linken Ufer erreichen wir bald die Schleuse Rischmähle.
Knapp 2 Km weiter biegen wir rechts in den Schleusenkanal Meuschau ein.
Wir befinden uns mitten im Stadtgebiet von Merseburg und haben einen schönen
Blick auf den Dom mit dem Schloß hoch äber der Saale. Am Ortsausgang
von Merseburg liegt am linken Ufer die Pritsche der dortigen Rudergesellschaft.
Hier hat sich der Landdienst was besonderes einfallen lassen. Die Boote
haben wir hinter der Pritsche fest gemacht, damit Die Barke, die sich
auch auf dem Weg nach hier befindet, anlegen kann. Der Landdienst stellte
Tische und Stähle auf, die uns die Freunde von der Merseburger Rudergesellschaft
zur Verfügung stellten. Wenig später kam der Wagen unseres Hotels
und brachte uns ein hervorragendes Mittagessen mit Suppe, warmen Leberkäse
und belegten Brötchen. Der Gipfel war ein Fass Bier, was sofort angezapft
wurde.
Wir kamen uns vor wie im Schlaraffenland, doch plötzlich zogen dunkle
Regenwolken auf und warfen einen Schatten auf die reichlich gedeckten
Tische. Der Zufall wollte es aber, daß die hiesigen Ruderfreunde
ein Fest vorbereitet hatten, zu dem sie ein großes Zelt aufbauten.
Bevor die ersten Regentropfen fielen, hatten wir alle Kostbarkeiten unter
Dach und Fach gebracht und der Schmaus konnte ungehindert fortgesetzt
werden. Es war so reichlich, daß auch der Landdienst der Barke noch
daran teilnehmen konnte. Das Fass mit dem Bier schafften wir jedoch nicht.
Einige gönnten sich danach einen ausgedehnten Mittagsschlaf. Als
es aufhörte zu regnen gingen wir wieder aufs Wasser, gerade in dem
Moment als die Barke der Freunde aus Scharnebeck am Horizont erschien.
Was uns auffiel, es gab nur wenig Wasservögel zu sehen. Ein paar
Enten, zum Teil mit ihren Küken, wenige Reiher, auf der Suche nach
einer Mahlzeit und hier und da ein Schwanenpaar, daß mit typischer
Drohgebärde ihre Jungen schützte. Dafär sahen wir aber
immer wieder Milane, oft im Luftkampf mit Krähen, die meist als Sieger
blieben.
Als wir uns Halle näherten, kamen uns eine Menge
Ruderboote entgegen. Es waren meist Schüler, die wohl für die
nächste Regatta trainierten. Das erschwerte etwas das Herausnehmen
unserer Boote. Auf der Terrasse des schönen Bootshauses warteten
wir bei erfrischenden Getränken, die freundlicher Weise Johann Wilhelm
spendierte, auf unseren Landdienst, Albert und Wolfgang. Sie brachten
es immer wieder fertig 3 Fahrzeuge zu bewegen, damit am Etappenziel genügend
Sitzplätze für die Ruderer vorhanden waren.
Es ging dann wieder zurück nach Bad Dürrenberg in unser Parkhotel.
Zum gemeinsamen Abendessen trafen wir uns im Hotel ;Altes Badehaus".
Wir saßen zunächst auf der Terrasse vor dem Haus. Es war uns
aber bald zu kalt, und wir ließen uns das Essen im Gastraum servieren.
Auf dem Heimweg bahnten wir uns einen Weg durch die Menschenmenge, die
das Volksfest noch in Scharen bevölkerte.
Samstag, 24.06.
Der Himmel war bedeckt und die Temperaturen deutlich niedriger als an
den Vortagen. Als wir in Halle ankamen fing es auch schon
an zu nieseln. Bis zur Schleuse Böllberg sind es nur 400 m. Danach
kommen eine Reihe von Brücken, die uns ein wenig Schutz vor den Regen
spendeten. Am Ufer lagen die ersten Fahrgastschiffe, die einzigen, die
wir auf der ganzen Fahrt zu sehen bekamen.
Auf den nächste 4 Km passierten wir die Schleusen Stadt Halle, Gimnitz
und Trotha , eine Fangschleuse. Bei entsprechend niedrigem Wasserstand
kann hier im Unterwasser ein Tor geschlossen werden um den Wasserspiegel
anzuheben.
An der Wagefähre Brachwitz mussten einige an Land zur Verklappung
von Dünnsäure. Per Handy versuchten wir den Landdienst nach
hier zu ordern, bekamen aber keine Verbindung.
So ging es dann weiter trotz Nässe und Kälte bis Wettin, wo
wir im Gasthaus "Meyers Stuben" Wärme tanken konnten. Beeindruckend
erkennt man hoch über dem Saaleufer die riesige Burganlage aus dem
10. Jahrhundert.

Ende gut, alles gut, denn die letzten 15 Km bis Könnern
ruderten wir mit trockenen Sachen und ohne Regen. Der Landdienst empfing
uns hier mit dem Faß Bier vom Vortag.
Das Herausnehmen der Boote unter der Brücke war nicht ganz einfach,
aber da alle mit anpackten ging es einigermaßen. Abriggern und aufladen
war Routine Sache.
Beim gemeinsamen Abendessen in unserem Hotel wurde noch viel über
die wunderschöne Fahrt diskutiert, wobei den Fahrtleitern Albert
und Wolfgang für die hervorragende Organisation herzlich gedankt
wurde.
Bevor wir aber am folgenden Tag die Heimreise antraten, war noch eine
Stadtbesichtigung von Merseburg vorgesehen, bei der wir
den Dom mit dem daran angrenzenden Innenhof des restaurierten Schlosses
und den schönen Schlossgarten sahen. Es fehlte nicht die Erinnerung
an das sagenhafte Abhandenkommen eines Ringes durch einen Raben und die
Merseburger Zauberspräche. 
Die steile Treppe runter zur Saalebräcke fährte uns zum Abschluß
noch in die Neumarktkirche aus dem 13. Jahrhundert.
Die lange Heimfahrt ging leider nicht ohne den obligatorischen Stau.
Die 17. AH Wanderfahrt 2001 soll auf die Maas gehen.
Die Vorbereitungen sind schon im Gange.
Rolf Petry
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