Genfer Rudermarathon 1999
Sieg der Neuwieder Marathonruderer in Genf



Neuwied, 03.10.1999

Neuwieder Ruderer erneut auf Platz 1

 

Archivbild aus Budapest. Zur Vergrößerung anklicken !Neuwied/ Genf. Was für die Triathleten der Iron-Man-Triathlon in Hawaii ist, das ist für die europäischen Marathonruderer die "Tour du Leman" über 160 Kilometer rund um den Genfer See. Die Société Nautique de Genève, hatte dieses Jahr zum 27. Mal Spitzenteams aus ganz Europa in die Schweizer Metropole eingeladen. Die Marathonruderer der Neuwieder RG konnten dabei mit dem zweiten Sieg in Folge nach Neuwied ins Bootshaus am Pegelturm zurückkehren. In Renngemeinschaft mit dem Karlsruher Ruderverein ging die NRG auf Platz eins über die Ziellinie.

 

"Wir hatten uns zwar einen Rang unter den ersten fünf im Auge" berichtet Robby Zitzmann, "doch der Platz ganz oben auf dem Treppchen war dann doch angesichts der starken Konkurrenz mit 27 Teams aus ganz Europa schon so etwas wie eine kleine Sensation". Für die 160 Kilometer lange Strecke rund um den Geenfer See im Vierer mit Steuermann benötigte seine Mannschaft 13 Stunden und 15 Min., und war damit nur hauchdünne 5 Minuten vor der Mannschaft "Dynamix Bonn" im Ziel eingelaufen.

Andauernder Regen, Wind von Stärke 5 bis 6 und damit schwierigstes Wasser hatten zumindest auf der ersten Hälfte der Regattastrecke die ohnehin schon harten Bedingungen zur wahren Tortur für die Ruderer werden lassen. Die Neuwieder Crew mit Martin Klusch (31), Robby Zitzmann (19), Thomas Schoenijahn (34), verstärkt durch die Karlsruher Olaf Behrend und Karl Schneider ging dabei direkt vom Start in die Poole-Position und führte von da an das Feld an.

"Unser Erzrivale Bonn ließ uns aber keine Minute aus dem Augen. Die saßen uns Stunde um Stunde im Nacken und warteten auf ihre Gelegenheit" weiß Martin Klusch zu berichten, der dieses Jahr zum neunten Mal in Genf an den Start gegangen war. "Wenn wir kurz vor Schluss nicht noch einmal Volldampf gemacht hätten, wären die vielleicht noch an uns vorbeigezogen". Dabei denkt er sicherlich noch an die vielen Bord-an-Bord-Duelle vergangener Jahre, als die Neuwieder gegen das legendäre "Turbo-Bonn"-Team beim Zieleinlauf immer das Nachsehen hatten.

Angesichts der schlechten Wetterbedingungen war der Regattarekord von 12 Stunden und 15 Minuten aus dem Jahr 1995 (Turbo Bonn) jedenfalls zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Internationales Verständnis ist bei den Rudersportlern selbstverständlich. Die Neuwieder Ruderer mußten nicht nur ihren eigenen fast 11 m langen C-Vierer "Montreux" für die außergewöhnlichen Bedingungen der Regatta spezialpräparieren, sondern dachten nebenher auch noch kameradschaftlich an ihre ungarischen Ruderfreunde aus Budapest. Diese hatten nämlich Schwierigkeiten, ihre Boote außer Landes zu bringen. Die Koblenzer und Neuwieder Ruderer halfen selbstlos mit eigenem Bootsmaterial aus und brachten drei zusätzliche Vierer mit nach Genf.

Trotz des Erfolges in Genf bleibt den NRG-Ruderern keine große Zeit zum Ausruhen, denn die nächste Marathonregatta steht an. "Wir wollen am 9. Oktober noch die traditionelle Rheinmarathonregatta über 42,8 km von Leverkusen nach Düsseldorf bestreiten", gibt Martin Klusch preis.
Ein erneuter Erfolg erscheint jedoch äußerst fraglich, denn die "kurze" Distanz von weit unter 100 Kilometern verstärkt das Feld der Marathonruderer zusätzlich mit konditionell starken Rennrudermannschaften, die sonst eigentlich nur 2.000 m rudern. "Unser größter Trumpf des eisernen Willens kommt da bei einer Ruderzeit von knapp über 2 Stunden nicht vollständig zur Geltung. So hoffen wir auf unsere Erfahrung, unser gutes Bootsmaterial und vor allem auch auf Fehler bei den anderen Teams bei hohem Wellengang auf dem Rhein" beschreibt Robby Zitzmann zweckoptimistisch die Ausgangslage.

Die Wasser- und Wetterbedingungen werden sicherlich mit ausschlaggebend sein, ob die Neuwieder Ruderer wieder ganz vorne mitmischen werden. An der guten Stimmung fehlt es ihnen jedenfalls derzeit nicht.

25.09.1999/ rs

 




Bericht: Ralf Schaefer




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